Archive for the ‘Artikelhinweis’ Category

All Scientists Should Be Militant Atheists

31. Oktober 2015

Lawrence Krauss (Why Evolution is True, A Universe from Nothing, Faith vs. Fact) neulich im New Yorker:

Whenever scientific claims are presented as unquestionable, they undermine science. Similarly, when religious actions or claims about sanctity can be made with impunity in our society, we undermine the very basis of modern secular democracy. We owe it to ourselves and to our children not to give a free pass to governments—totalitarian, theocratic, or democratic—that endorse, encourage, enforce, or otherwise legitimize the suppression of open questioning in order to protect ideas that are considered “sacred.” Five hundred years of science have liberated humanity from the shackles of enforced ignorance. We should celebrate this openly and enthusiastically, regardless of whom it may offend.

If that is what causes someone to be called a militant atheist, then no scientist should be ashamed of the label.

Der komplette Artikel beim New Yorker.

Von Stoschs „Gottesbeweis“: Der Mottengott

17. Oktober 2015

Im Interview erwähnte Prof. von Stosch, dass er meint, gute Gründe für die Annahme eines Gottes und eines Lebens nach dem Tode zu haben. Einen Grund nennt er in Kapitel 4 seiner Entgegnung auf Dawkins.

Ich habe ihm dazu mehrere Kritikpunkte gemailt, und einen davon, den ich für besonders interessant und amüsant halte, auf meinem eigenen Blog veröffentlicht.

Ich würde mich freuen, wenn Ihr dort vorbeischaut und deaktiviere Kommentare unter diesem Eintrag, um zu verhindern, dass sich hier und bei mir zwei getrennte Diskussionen entwickeln.

Blume-Bashing, Teil 8

30. September 2015

Gerechtigkeit und Vernunft haben erneut in Gestalt von Andreas Kilian zugeschlagen:

Pseudowissenschaft

Wie gehen Gläubige vor, um die Naturwissenschaften zu umgehen? Zunächst postulieren sie die Vereinbarkeit von Glauben und Wissenschaft [Losch 2015]. Man könnte auch erklären: Rot ist schneller als kalt. Abgesehen davon, dass hier eine Methode (Wissenschaft) mit dem Ergebnis eines Denkprozesses (religiöser Glauben) in einem logischen Kategorienfehler gegenübergestellt werden, existieren hier lediglich Parallelwelten ohne jeglichen Berühungspunkt. Was soll, was muss da vereinbar sein? Nichts, es sei denn, man möchte nicht das Glauben als Prozess des Denkens, sondern die Ergebnisse des religiösen Wünschens, die Glaubensinhalte, mit den Ergebnissen der Wissenschaften auf eine Stufe stellen.

Um das Fehlen von überprüfbaren, wissenschaftlichen Methoden zu kaschieren, wird postuliert, dass es mehr Wege zur Erkenntnis geben soll, als die bekannte empirische Wissenschaft bereithält. Der übliche Hilferuf an die subjektiven Erfahrungen jedes Gläubigen also, der ebenfalls glaubt, schon durch Erleuchtung allwissend zu sein.

„Aufgrund von Ergebnissen in der Hirnforschung werden Aussagen getroffen über Gott, die Seele und den freien Willen, also über Konzepte, die die Erkenntnisgrenzen der Neurowissenschaften übersteigen.“ [Peter 2008], heißt es enthusiastisch. Doch nicht nur von einem „Übersteigen“ der Erkenntnisgrenzen, sowie von Aussagen über „Gott“, auch von einem erkenntnistheoretischen Pluralismus ist die Rede, in dem Kunst und Religion neue Arten von Erkenntnissen darstellen [Blume 2011]. Als Beispiele werden genannt, dass die Evolution selber auch mit diesem Pluralismus arbeitet, da sie ja die Kunst hervorgebracht habe und religiöse Gesellschaften erfolgreicher wären als nicht-religiöse.

Weiterlesen beim hpd.

Blume… na, Ihr wisst schon!

29. September 2015

Dr. Michael Blumes „Forschung“ bzw. „Wissenschaft“ so so mangelhaft, dass man darüber eine mehrteilige Serie schreiben kann:

Virale Glaubensinhalte oder Rechtfertigungen?

Für immer und ewig leben, unter den besten Bedingungen für Primaten, 70 Jungfrauen dazu, an der Rechten Gottes mit herrschen und alle Feinde ins Fegefeuer stecken. Paradies, Himmel und Hölle sprechen die primitivsten Egoismen in uns an. Aber stimmt auch die Aussage „Religionen – und nur Religionen – vermögen Menschen in ausreichender Zahl zu einem Verzicht zu bewegen, den Familien mit mehr als zwei Kindern bedeuten“ [Blume 2014]?

Die Antwort gibt der Biologe Andreas Kilian beim hpd.

„Freidenker haben schlicht die besseren Argumente“

28. September 2015

Fünf Jahre nach seiner fristlosen (und unrechtmäßigen) Entlassung wegen eines abgenommenen Kruzifixes spricht Valentin Abgottspon im hpd-Interview über seinen Fall und das Verhältnis von Staat und Kirche in der Schweiz.

Weiterlesen beim hpd.

Mehr Blume-Bashing

24. September 2015

Ein weiterer Artikel des Biologen Dr. Andreas Kilian (“Die Logik der Nicht-Logik”, “Der Pfauenschwanz der Gläubigen“):

Das „Verebben“ von Atheisten?

„Atheisten sterben nicht aus, sie verebben (nur) demografisch“, lautet ein Ergebnis in der Religionswissenschaft [Blume 2014-a], welches statistisch fragwürdig, demografisch sinnlos, biologisch im Ansatz verfehlt sowie sozialpolitisch brandgefährlich ist.

Weiterlesen beim hpd.

Blume-Bashing

23. September 2015

Der Biologe Dr. Andreas Kilian (Autor von „Die Logik der Nicht-Logik“ und „Der Pfauenschwanz der Gläubigen„) hat beim hpd einen neuen Artikel veröffentlicht, in dem auch Dr. Michael Blume wieder einmal sein Fett abbekommt:

Gruppenselektion für Auserwählte?

Religiöse Gemeinden sollen ihren Mitgliedern evolutiv mehr zu bieten haben als säkulare Gruppen. Die Selektion des Lebens greife an der Gruppe an und hier haben Mitglieder mit angeborener Religiosität Vorteile. So ist neuerdings wieder von der guten, alten Gruppenselektion die Rede.

In der Biologie konnte in den letzten 150 Jahren kein einziges Beispiel für eine Gruppenselektion gefunden werden und kein vernünftiger Biologe verschwendet seine Energie darauf, wenn er fünf Minuten sein Vordiplomwissen aktiviert. Dies hindert heutige Religionswissenschaftler nicht daran, diesen etwas veralteten Begriff neu zu beleben [Blume 2008] und religiöse Gemeinden als Paradebeispiele für Gruppenselektionen zu präsentieren. Haben Religiöse nicht mehr Kinder und ist dies nicht schon der Beweis, dass ihre Gemeinden der Selektion besser trotzen?

Weiterlesen beim hpd.

Die bemerkenswerte Subventionierung der Kirchen

16. September 2015

Beim Humanistischen Pressedienst (hpd) warf Lutz Neumann neulich einen kritischen Blick auf den 25. Subventionsbericht der Bundesregierung und stellte fest, dass die Kirchen in ganz bemerkenswertem Maße subventioniert werden. Er begründet zudem, weshalb dies keineswegs der Fall sein müsste.

Die Subvention Nr. 1 im Einkommensteuerbereich richtet sich an die Kirchen (25. Subventionsbericht, lfd. Nr. 5, A 31). Die steuerzahlenden Kirchenmitglieder und damit die Kirchen als Institutionen profitieren mehr als jede andere gesellschaftliche Gruppe oder Branche: die staatliche Subventionierung der Kirchensteuer liegt 2016 mit knapp 4 Mrd. EUR auf dem ersten Platz der Subventionsliste aller 36 Regelungsbestände in der Rubrik Einkommen- und Körperschaftsteuer – bei wachsendem Abstand von über 2 Mrd. EUR auf den zweitgrößten Subventionsposten.

Weiterlesen: Wann ist der Steuerhimmel der Kirchen erreicht?

Darf Satire wirklich alles?

9. September 2015

MIZ 2/2015

Die MIZ (Materialien und Informationen zur Zeit) ist seit über 40 Jahren das politische Magazin für Konfessionslose und AtheistInnen, FreidenkerInnen, HumanistInnen und SkeptikerInnen, Ungläubige aller Art. In der aktuellen Ausgabe beschäftigt sich Christoph Lammers mit den Reaktionen auf das Charlie-Hebdo-Attentat. Darf Satire wirklich alles?

Lammers kommt zu dem Schluss:

Nicht Charlie Hebdo hat den Rubikon der politischen Korrektheit überschritten, sondern diejenigen, die – aus Angst vor oder aus Rücksicht auf religiös-identitäre Überzeugungen – konservativen Kräften den Weg ebnen, die in unserer Gesellschaft an Einfluss gewinnen. Problematisch ist diese Entwicklung vor allem deshalb, weil diese schrifttreuen Gläubigen davon überzeugt sind, dass ihre Vorstellungen nicht nur für ihre Anhänger_innen gelten, sondern das gesellschaftliche Leben aller Menschen bestimmen sollen. Durch Zugeständnisse an diese Kräfte wird der Weg in eine Parallelgesellschaft geebnet, an deren Ende nicht der gegenseitige Respekt der Individuen und die Akzeptanz demokratisch erkämpfter Werte wie Freiheit und Gleichheit stehen, sondern die Unterwerfung des Individuums unter religiös-archaische Vorstel­lungen, die man in Europa bereits überwunden geglaubt hatte. Die Satire ist daher eines der Instrumente, das zeigt auch die Geschichte, dem Ziel einer aufgeklärten Gesellschaft näher zu kommen. In diesem Sinne, Geschichte wird gemacht!

Christopher Hitchens‘ letztes Interview

8. September 2015

Vor ein paar Tagen hat der New Statesman das letzte Interview mit Christopher Hitchens von 2011 online gestellt, indem er mit Richard Dawkins darüber diskutiert, ob Amerika auf dem Weg zu einer Theokratie ist und wie besorgniserregend der Erfolg der Tea Party ist.

Gleich zu Beginn geht Hitch aber auch auf die Behauptung ein, Hitler und Stalin seien Atheisten gewesen:

RD As an Orwell scholar, you must have a particular view of North Korea, Stalin, the Soviet Union, and you must get irritated – perhaps even more than I do – by the constant refrain we hear: “Stalin was an atheist.”

CH We don’t know for sure that he was. Hitler definitely wasn’t. There is a possibility that Himmler was. It’s very unlikely but it wouldn’t make any difference, either way. There’s no mandate in atheism for any particular kind of politics, anyway.

RD The people who did Hitler’s dirty work were almost all religious.

CH I’m afraid the SS’s relationship with the Catholic Church is something the Church still has to deal with and does not deny.

RD Can you talk a bit about that – the relationship of Nazism with the Catholic Church?

CH The way I put it is this: if you’re writing about the history of the 1930s and the rise of totalitarianism, you can take out the word “fascist”, if you want, for Italy, Portugal, Spain, Czechoslovakia and Austria and replace it with “extremeright Catholic party”. Almost all of those regimes were in place with the help of the Vatican and with understandings from the Holy See. It’s not denied. These understandings quite often persisted after the Second World War was over and extended to comparable regimes in Argentina and elsewhere.