89.2 Corona als Sargnagel für das Christentum: Erste Ergebnisse

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Matthias’ Überlegung, dass die COVID-19-Krise sich als Sargnagel für das Christentum entpuppen könnte, findet erste Zeichen der Bestätigung. Darüber hinaus erweist sich auch mal wieder die Realität als Sargnagel für den Katholizismus – hier beim Thema “Ehescheidungen”.

Aufgenommen am 03.05.2020 mit Matthias, Christian, Nico und Jan.

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Ein Live-Mitschnitt der kompletten Folge 89 ist hier verfügbar.

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7 Antworten to “89.2 Corona als Sargnagel für das Christentum: Erste Ergebnisse”

  1. Martin Franck Says:

    Die Leute flüchten zwar nicht in die Religion, aber dafür in Verschwörungstheorien.

  2. Martin Franck Says:

    Viele Leute meinen ja, nicht mehr an einen Gott zu glauben, weil sie nicht mit einem bestimmten Glauben vertraut sind. Sie bezeichnen sich dann häufig als spiritual but not religious“ (SBNR). Dort kommt ein patchwork an Dingen zusammen.
    Laut https://de.wikipedia.org/wiki/Salutogenese Salutogenese benötigen wir drei Faktoren, um gesund zu bleiben:

    Die Fähigkeit, die Zusammenhänge des Lebens zu verstehen – das Gefühl der Verstehbarkeit. Dinge sind vorhersehbar und erklärbar.
    Die Überzeugung, das eigene Leben gestalten zu können – das Gefühl der Handhabbarkeit oder Bewältigbarkeit (ähnlich dem Begriff der ‚Selbstwirksamkeitserwartung‘).
    Der Glaube und das Gefühl der Sinnhaftigkeit, daß diese Anforderungen Herausforderungen sind, bei denen sich Anstrengung und Engagement lohnen.

    Dienten früher Religionen zur Verminderung der Komplexität, so sind es heute Verschwörungstheorien und Esoterik. In der Arbeit:
    Analytic thinking reduces belief in conspiracy theories,
    Viren Swami, Martin Voracek, Stefan Stieger Ulrich S. Tran, Adrian Furnham,
    Cognition, 2014 Dec;133(3):572-85.
    doi: 10.1016/j.cognition.2014.08.006. PMID: 25217762, Epub 2014 Sep 18.
    https://www.researchgate.net/publication/265608142_Analytic_thinking_reduces_belief_in_conspiracy_theories
    wurde festgestellt, daß es die Möglichkeit zum analytischen Denken ist, die einen davor bewahrt. Während die Anzahl der not affiliated (konfessionsfrei) immer weiter steigt, so bleibt der Anteil der Atheisten beinahe gleich. Deshalb ist das Problem nicht die unzureichende Kirchenkritik, sondern die fehlende Kompetenz zum analytischen Denken.
    In Analogie kann man als Weissagung zum Creed (Kredo, Weltanschauung) sagen:
    Erst wenn der letzte Kirchensteuerzahler ausgetreten, der letzte Priester aufgehört, die letzte Kirche geschlossen ist, werdet ihr merken, daß die Mehrheit nicht analytisch denken kann.

    • Skydaddy Says:

      Amen, Bruder! Eine interessante Frage wäre allerdings, WARUM so wenig Leute analytisch denken können. Ich gehe davon aus, dass die religiöse Sozialisierung hier ein schwerer Einflussfaktor ist, denn Religion besteht zur Hälfte aus Ausreden, weshalb die logische Schlussfolgerung, dass eine bestimmte Glaubensvorstellung nicht stimmen kann, ihrerseits nicht stimmen soll. Religiöse Sozialisation sozialisiert genau zur Immunisierung gegen vernünftige Gegenargumente.

      Vielleicht werden wir, nachdem der letzte Priester aufgehört, die letzte Kirche geschlossen ist, merken, dass ALLE analytisch denken können?

      • Martin Franck Says:

        Das war ein wenig zu ketzerisch, aber man täuscht sich ein wenig, wenn man den Atheismus nur betrachtet aus der Sicht des mittelalten weißen Mannes, der in Westdeutschland groß wurde. Damals mag die Korrelation noch zugetroffen haben, daß Intelligenz mit Atheismus korrelierte. Man benötigte analytisches Denken, um die nicht so einfach verfügbaren Informationen zusammen zu führen.
        Jetzt ist es hingegen so, daß es immer mehr Apatheisten gibt. Man hat sich nie mit Weltanschauungen auseinandergesetzt. Natürlich glaubt man nicht an einen Gott, aber dafür erscheint einem, daß entführte Chemtrailreptiloiden, die dank 5G eine flache Erde unterjochen, sehr viel plausibler.
        In https://hpd.de/comment/62391#comment-62391 https://hpd.de/comment/62466#comment-62466 https://hpd.de/comment/62456#comment-62456 schrieb ich auch zur Kombination von VT mit RKK, und dem Tausch von Pileolus gegen den Aluhut.
        Mit dem Verschwinden der Religion wurde nur der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben https://de.wiktionary.org/wiki/den_Teufel_mit_Beelzebub_austreiben
        Atheismus muß man sich nicht mehr erarbeiten. Konfessionsfrei ist das neue normal geworden.
        Cult atheism oder tribal atheism dienst als Religionsersatz bzw. Ersatzreligion.
        Man ist Atheist, weil man zu den Brights gehören will.
        Ich habe den Eindruck, daß viele nicht mit Komplexität und Ambiguität umgehen können. Die drehen nun alle frei.

  3. user unknown Says:

    Zur Frage der Ehehindernisse:
    a) Woher soll jemand, der jungfräulich in die Ehe geht, wissen, dass er unfruchtbar ist?
    Ist doch ganz einfach. Du bist eine Frau, und Deine Mutter und Deine Großmutter waren auch schon unfruchtbar! Liegt in der Familie. 😉

    Mitketzernde Nichte:
    Du kannst ja übersetzen. Frag sie, wie es in der Schule war, erzähl uns aber, Du fragst sie, was sie vom Papst hält. Wenn sie erzählt wie schön es in der Schule ist übersetze, wie schön es ist nicht in der RKK zu sein. Schimpft sie über Lehrer und Mitschüler übersetz es als Schimpfen über Papst und Nonnen.

  4. mfranck98 Says:

    In https://www.youtube.com/watch?v=YtAR_OGzlcg sagt David Voas: „Why there is no way back for religion in the West“ warum es diesen Ratscheneffekt gibt. Man kennt sich mit der Religion gar nicht mehr aus, um sich solch ein Narrativ vorzustellen. Wer bei https://de.wikipedia.org/wiki/Himmel_oder_H%C3%B6lle Himmel und Hölle an ein Kinderspiel denkt, und beim Teufel an Lautsprecher, der kann mit Religion als Anker nicht viel anfangen.
    Mein Doktorvater sagte mal, daß Wissenschaft zu 90 % aus Transpiration besteht, und zu höchstens 10 % aus Inspiration. Das heißt, es ist mühsam.
    Religion ist intuitiver, wie Robert N. McCauley in http://www.robertmccauley.com/books/why-religion-is-natural-and-science-is-not Why Religion is Natural and Science Is Not beschreibt.
    Man muß sich alles hart erarbeiten. Man muß nicht einen Text lesen, und dann denken, nun wüsste man alles, sondern man muß auch die Kritiken dazu von Leuten lesen, die sich in der Materie auskennen. Dazu muß man sich außerhalb seiner filter bubble bewegen, und abwägen, welche Argumente mehr überzeugen. So muß man manchmal als Antwort akzeptieren, daß es zu einer Frage mehrere Antworten gibt, bei denenen die letztendlich stimmigste Antwort noch gar nicht dabei ist.
    Dies führt aber zu gewisser Unsicherheit. So können manche besser akzeptieren, daß irgendjemand für etwas verantwortlich ist, als daß ein RNA-Strang einfach tut, was so ein Virus eben so macht: Sich replizieren lassen, und diejenige Mutation, die sich besser repliziert, verbreitert sich mehr. Das Virus hat kein Ziel oder Plan. Man kann gegen ein Virus nicht demonstrieren. Hat man hingegen einen Sündenbock, bekommt man wieder Handlungsfähigkeit. Außerdem fühlt man sich eine Gruppe zugehörig https://de.wikipedia.org/wiki/Tribalismus .
    Wer nun denkt, daß wir ja heutzutage alle mehr gebildet seien, der irrt. Viele Akademiker sind Impf-Gegner, sind Anhänger von Esoterik und anderen nonsense. Die Ausrede, dies seien meisten Geisteswissenschaftler greift nicht, denn auch viele Ärzte sind für Homöopathie und Akupunktur etc. Auch eine Dissertation hilft da nicht unbedingt weiter.
    Die Anzahl der akademischen Abschlüsse steigt, aber nicht die Bildung. Ähnlich wie die Zahl der Konfessionsfreien steigt, aber die Zahl der Atheisten gleich bleibt.
    Warum es gerade in Deutschland diese Demos gibt, bringt jemand mit der Idee des nihilistischen Relativismus gegenüber Tatsachen von Hannah Ahrendt in Zusammenhang. Denn wie das von Euch besprochene Buch https://en.wikipedia.org/wiki/Humans_(Phillips_book) Humans: A Brief History of How We F*cked It All Up, bezeugt ja wie inkompetent schon immer regiert wurde.
    Man kann nicht alles einfach erklären, denn die Lage sehr komplex. Man kann nicht einfach sagen, entweder mehr Lockerungen für die Wirtschaft, oder mehr Eindämmung. Wie das ifo-institut https://www.ifo.de/publikationen/2020/article-journal/das-gemeinsame-interesse-von-gesundheit-und-wirtschaft und das Helmholtz-Zentrum führten eine Studie durch. Beide Extreme sind schlecht.
    Viele Demonstranten besitzen nicht die analytische Kompetenz, mit Ambiguität und Unsicherheit umzugehen und zu akzeptieren, daß uns ein RNA-Strang weitreichende und langfristige Änderungen vorschreibt. Es lässt sich nicht durch zweimonatiges Wohlverhalten beeindrucken. Dennoch möchte man bald wieder zur Überzeugung gelangen, das eigene Leben gestalten zu können – das Gefühl der Handhabbarkeit oder Bewältigbarkeit (ähnlich dem Begriff der ‚Selbstwirksamkeitserwartung‘), bei dem sich Anstrengung und Engagement lohnen.
    Mit unserer Bildungskatastrophe sehe ich eher den negativen Flynn effect, als ein Zeichen, in welche Richtung wir uns bewegen.

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