Archive for the ‘Recht’ Category

Recht auf würdigen Abschied

24. August 2015

sueddeutsche.de hatte neulich einen interessanten Beitrag zum Thema Sterbehilfe – von Manfred Alberti (66), der bis zu seiner Pensionierung 35 Jahre lang Pfarrer in der evangelischen Kirchengemeinde Wuppertal-Sonnborn war.

Die Debatte um Sterbehilfe konzentriert sich bisher auf Menschen, die sterbenskrank sind, aber bei vollem Bewusstsein selbst entscheiden können, ob sie ihrem Leben ein Ende setzen und dazu Hilfe in Anspruch nehmen möchten. Nirgendwo werden jene häufig sehr alten Menschen erwähnt, die fast ohne Bewusstsein monate- oder jahrelang in ihrem Bett liegen, kaum noch Äußerungen von sich geben können, aber durch künstliche Ernährung, Herzschrittmacher oder Medikamente am Leben erhalten werden. Da sie keine Patientenverfügung unterzeichnet und keine Kinder oder Betreuer bevollmächtigt haben, die über einen Behandlungsabbruch entscheiden könnten, werden sie am Leben erhalten, solange nicht eine zusätzliche Erkrankung ihrem Leben ein Ende setzt.

Weiterlesen: Recht auf würdigen Abschied

Danke an Tammox für den Hinweis.

35.3 Blasphemieparagraf (§166 StGB)

13. Februar 2015

Die Ketzer diskutieren mit objektivem Ethnologenblick, ohne festgelegte Perspektiven, den Gotteslästerungsparagrafen, und ob er verschärft oder abgeschafft werden sollte.  (Aufgenommen mit Matthias, Christian, Nico und Philippe am 25.01.2015.)

Der Podcast hier abonniert werden, der Beitrag kann hier heruntergeladen oder direkt angehört werden:

Schleswig-Holstein verzichtet auf Gottesbezug

9. Oktober 2014

Schleswig-Holstein hat eine neue Verfassung und eine Präambel, die auf jeden Gottesbezug verzichtet.

Weiterlesen bei WELT.de.

Die evangelische und die katholische Kirche reagierten enttäuscht und wollen jetzt prüfen, ob sie eine Volksinitiative starten und so möglicherweise doch noch einen Gottesbezug in die Verfassung aufnehmen können. (Kieler Nachrichten)

32.1 Gottesbezug in der Verfassung von Schleswig-Holstein?

3. Oktober 2014

Die Herbstvollversammlung der deutschen Ketzerkonferenz diskutiert die Forderung nach einem Gottesbezug in der Verfassung von Schleswig-Holstein. Der ehem. Verfassungsrichter und Kirchenlobbyist Udo di Fabio ruft an. (Aufgenommen mit Matthias, Christian und Nico am 28.09.2014)

Der Podcast hier abonniert werden, der Beitrag kann hier heruntergeladen oder direkt angehört werden:

Themenvorschlag/Dummer Spruch: „Der Gott der Atheisten“

4. September 2014

Wir wollen hier auf dem Blog zukünftig schon vorab Themenvorschläge präsentieren, um das Interesse zu testen und vielleicht sogar interessante Rückmeldungen unserer Hörer/Leser zu erhalten.

Es geht los mit dem ehem. Richter am Bundesverfassungsgericht Udo di Fabio. Der Katholik ergreift regelmäßig öffentlich für kirchliche Positionen Partei (s.u.). So auch kürzlich bei einer Lobbyveranstaltung der evangelischen Kirche im Landeshaus in Kiel, an der „auch zahlreiche Landespolitiker“ teilnahmen, darunter der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Torsten Albig (evangelisch, SPD), der auch schon mal Predigten hält.

In Schleswig-Holstein (ca. 60% der Bevölkerung sind Kirchenmitglieder, Tendenz vermutlich sinkend, auch im Hinblick auf aktuelle Daten) wird gerade darüber debattiert, ob man Gott in der Landesverfassung erwähnen soll – bisher ist dies nicht der Fall.

Dem offensichtlichen Einwand der religiösen Parteinahme hält di Fabio entgegen:

Gemeint sei nicht allein der christliche Gott, sondern „der Gott des Islam, sogar der Gott der Atheisten, nämlich das Eingeständnis, dass es jenseits der menschlichen Vernunft noch mehr gibt“.

Damit fabuliert sich die Fabio in die Warteliste für den dummen Spruch zu Beginn des nächsten Ketzerpodcasts.

Einen starken zweiten Platz erzielt in diesem Zusammenhang der kirchenpolitische Sprecher der CDU, Daniel Günther:

Der Katholik weist darauf hin, dass allein rund 60 Prozent der 2,8 Millionen Schleswig-Holsteiner einer Kirche angehören. Hinzu kämen Anhänger anderer Religionen sowie jene, die ohne Kirchenmitgliedschaft an Gott glauben. Deshalb müssten sich die Kritiker fragen lassen, „ob sie jemanden ausgrenzen wollen“, so Günther.

UPDATE: Das Hamburger Abendblatt hat einen guten Artikel über die Diskussion über Gott in der Verfassung.

Weitere aktuelle Meldungen von Udo di Fabio:

Di Fabio warnt vor Sterbehilfe (3.9.2014)

Di Fabio warnt vor Erosion der Kirchen (22.4.2014)

Di Fabio bereitet Luther-Jubiläum vor (21.2.2014)