KREUZVERHÖR: Der Theologe Prof. Dr. Klaus von Stosch

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Unverzichtbare Infos für Atheisten, Nicht-Katholiken und katholische Laien, die fundiert über den katholischen Glauben diskutieren und Zerrbilder vermeiden wollen. (Bei YouTube kann man sogar direkt zu den angegebenen Stellen springen.)

Der katholische Theologieprofessor Dr. Klaus von Stosch hält den katholischen Glauben für rational begründbar und klärt auf:

  • über komparative Theologie (0:09:09), religiösen (0:11:23) und militanten und “Krawall-Atheismus“ (0:12:17)
  • das katholische Verständnis von “Wahrheit” (0:24:40)
  • über das katholische Verständnis von Dogmen (0:26:33), wie kommt die Kirche zur “höchsten Glaubensgewissheit” (1:02:18)
  • über Zerrbilder des Katholizismus, Missverständnisse und Tipps für die atheistische Gesprächsführung (1:05:07)
  • über die Verbindlichkeit von Dogmen und Katechismus (1:17:45)
  • über die Hostienwandlung: symbolisch oder nicht? (1:21:52)
  • über Dawkins, Stammtischniveau und Forderung nach atheistischen Lehrstühlen (1:33:18)
  • Kann Gott vernünftig begründet werden? (Dogma Nr. 1, 1:38:11)
  • über scheinbar widersprüchlichen Dogmen (Erbsünde, 1:50:41)
  • Ist Gott unausweichlich in Sünde verstrickt? (2:02:33)
  • über die Haltung der Katholischen Kirche zur historisch-kritischen Methode (2:03:41)
  • warum Theologen die “alten“ Atheisten den “neuen“ vorziehen (2:28:12)

Der Beitrag steht hier zum Download bereit.

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50 Antworten to “KREUZVERHÖR: Der Theologe Prof. Dr. Klaus von Stosch”

  1. Gerry Says:

    Nach dem Argument dass 1 Mrd. Katholiken ja keinen irrationalen Scheiß glauben könnten habe ich abgeschaltet (ca. 1:07).

    Mal ganz abgesehen davon dass das ein lächerliches „Argumentum ad populum“ ist, wissen die meisten dieser 1 Mrd. Katholiken nicht ansatzweise was sie so zu glauben haben.
    Und das liegt – wenn ich meine eigene katholische „Laufbahn“ da als Durchschnitt nehme – schlicht daran dass weder die Kirche noch die Katholiken – abgesehen von einer kleinen Minderheit – tatsächlich Glaubensinhalte vermitteln.

    Was das angebliche Zerrbild von der Katholischen Kirche das die Atheisten angeblich haben angeht:
    Solange die Kirche sich selbst so darstellt brauchen sich die Kirchenkritiker da nicht in die Hosen zu machen.
    Ich denke da z.B. an Päpste die Enzykliken gegen Menschenrechte, Demokratie, Glaubens- und Gewissensfreiheit, … verfassen und die Nachfolger diese Päpste 100 Jahre später schwadronnieren, sie wären ja die eigentlichen Erfinder eben jener menschlicher Errungenschaften!

    Wenn der Herr Theologieprofessor sowas dann mit „heute muss man das anders interpretieren“ abwehren will, sage ich: Auch den Glauben an einen christlichen oder katholischen Gott muss man heute anders interpretieren, nämlich als Einbildung.

  2. monitorschornstein Says:

    Obwohl ich ausgeschlafen und 2 Becher Kaffe intus hatte bin ich angenehm in Tiefschlaf verfallen.
    Es muss nicht immer die Chemiekeule sein.

  3. user unknown Says:

    ca. 26. Minute: Wir (die rkK) glauben nicht die Wahrheit zu haben. (…) Wir glauben nicht die Wahrheit zu haben, sondern dass nur Gott die Wahrheit ist.

    Jeder vernünftige Mensch hält Wahrheit für eine Eigenschaft, die einer Aussage zukommen kann oder nicht. Hier wird Wahrheit vergegenständlicht und übersteigert. Es wird so groß und absolut dass es kein Mensch mehr fassen kann – damit ist es wohl transzendent, sprich: unbrauchbar verhirnter Quark.

    Er meint weiter, dass die Theologie gar nicht danach strebt, endgültige Wahrheiten zu verkünden, aber ihre Apologetik sei es, Wege, die als von der Wahrheit weg führen, als falsch zu identifizieren und zu benennen.

    Meine Kenntnis der Logik sagt, dass es Unfug ist zu sagen, man bennene keine Wahheit sondern nur Falschheit. Man kann sagen: „Es ist wahr, dass Aussage X falsch ist“ und hat so aus einer Aussage dass etwas falsch sei eine Wahrheit gemacht. Umgekehrt kann man eine Aussage, die man für wahr hält, deren Wahrheit aber tabu wäre, dass Wahrheit ja nur Gott selbst ist: Schwupp, dreht man die Aussage um und macht daraus das Gegenteil und verneint es, denn Verneinen ist nicht tabu.

    Was Du gesagt hast, dass die Theologen immer, wenn sie von der Wahrheit reden ihre Apologetik meinen hat der Herr Theologe formal verneint um es dann so ähnlich hinter Deinem Rücken so ähnlich aufzubauen – nicht die Theologie sei das Wahre, aber sein Gott ist es. Und es ist auch das einzig Wahre.

    An dem Punkt ist eigentlich kein Dialog mehr möglich, Wittgenstein weint aber wir hören weiter rein … 🙂

    • ernieee42 Says:

      Ich kann mich dem Logik-Einwand nur anschließen – wer keine Wahrheiten verkündet kann halt keine Dogmen verfassen.

      Das wär mir eine Autobahn, wo die Konstrukteure sagen: „Wir wissen nicht sicher wo es lang geht – diese Leitplanken sind aber definitiv richtig.“ Am ende steht ein Jesus neben der Autobahn und winkt. Doch du darfst die Straße des Katholizismus nicht verlassen und Jesus weint, weil alle Katholiken vorbeifahren.

  4. user unknown Says:

    Also unfaire Bananen essen ist sündig, und es zu lassen ist eine andere Sünde. Das nennt die Psychologie einen Doublebind, eine fatale Verstrickung zwischen zwei unvereinbaren Anforderungen.

    Ursprünglich ging die Diskussion ja davon aus, wie es um den Widerspruch zur vollkommenen Gerechtigkeit aussieht. Das ist etwas aus dem Blickfeld gerutscht – es geht dann nur noch um die Erbsünde vs. einfache Sünden. Naja.

    Gott kann sich nicht mit sich selbst unterhalten? Dann sind Jesu Worte am Kreuz („Warum hast Du mich verlassen“ und anderes) Humbug?

    Leider wurde im Gespräch jetzt nicht geklärt, wieviele Engel auf einer Nadelspitze tanzen können. 42 halte ich für die wahrscheinlichste Lösung.

    Für mich ist die theologische Bewegung der Gedanken ein Sitzen auf einem großen Kartenhaus. Das Fundament ist eine fragile Kartenstruktur, manches ist schon zusammengefallen, an anderer Stelle sind Karten herausoperiert worden ohne dass der ganze Komplex zusammengefallen wäre. Inzwischen sind darüber viele und viele Etagen entstanden – je nach Epoche wurde mal mehr in diese, mal mehr in jene Richtung angebaut.

    Der Theologe geht von der Notwendigkeit des Gebäudes aus und hält je nach Stil verschiedene Gebäudeteile für tabu und streitet mit anderen Religionsarchitekten darüber, welche das sind und wo weiter ausgebaut werden soll. Man kann versuchen in seine Gedankenwelt einzutauchen und die Streitereien nachzuvollziehen aber das Kartenhaus als ganzes macht von außen keinen Sinn.

    Wir haben gelernt dass das Dogmensystem ein ganzes Kartenhaus im Kartenhaus ist aber die Notwendigkeit ergibt sich nur, wenn man das große Kartenhaus drumrum als notwendig vorraussetzt. Dass es komplex ist und die Teile in Bezug aufeinander Sinn ergeben kann man nicht leugnen, aber ich bin froh da nichts mit der permanenten Restauration des Gebäudes zu tun zu haben.

    Als Fazit halte ich fest: Die Theologen glauben selbst nicht an Gott, sondern nur an den Glauben an Gott, das aber sehr eifrig.

  5. kereng Says:

    Ich muss gestehen, dass ich auch so ein neuer Atheist bin, dem neu ist, dass Katholiken nicht an die Erbsünde und an die Jungfräulichkeit Marias glauben, jedenfalls im normalen Sprachgebrauch.

    Den Unterschied zwischen Leib und Körper habe ich nicht verstanden. Der Körper kann im Grab verwesen, während der Leib im Himmel ist? Oder ist die Vorstellung der Gleichzeitigkeit hier falsch?

  6. Fabian Hoemcke Says:

    Mein Podcatcher (BeyondPod) kann leider diese Folge nicht herunter laden.

    • Skydaddy Says:

      Seltsam, bei mir funktioniert es auf dem Mac und auf dem iPhone … Das Problem tritt nur bei dieser Folge auf? Kann das vielleicht ein temporäres Problem sein? Hat noch jemand Schwierigkeiten?

    • Erna Says:

      Mit der Podcast-Verwaltung von Mediamonkey funktioniert es problemlos.
      Das einzig auffällige an dem Eintrag im Feed ist die exorbitante Größe. 326 MB für 2h:32m? Das liegt deutlich über dem üblichen Dateigröße/Dauer-Verhältnis der Ketzer.

  7. salutans Says:

    Zunächst mal danke für diese Sendung. Diese Art Gespräche (ob jetzt mit jemandem, den ihr locker in die Tasche steckt, wie Timo Roller oder wie in diesem Fall mit jemandem, der mit herkömmlicher Ketzerei deutlich schwerer zu packen ist) sind immer Highlights und werden zumindest von mir auditiv verschlungen (auch mehrmals).
    Als es um die Konfrontation mit den Neuen Atheisten ging, wurde in dem Gespräch sehr schön deutlich, dass sich Eure Ketzerei zumeist tatsächlich weniger gegen die religiösen Lehrmeinungen richtet, sondern gegen schwach fundierte oder abseitige Meinungsäußerungen. Bei Konfrontationen mit akademisch gestählter Theologie kommt Ihr da im Moment doch schnell an Eure Grenzen – so ist zumindest meine Wahrnehmung, allerdings beruht diese Tendenz auf nicht allzuvielen Datenpunkten.
    Dies macht zugleich aber auf ein aus meiner Sicht fundamentales Problem gelebter Religion aufmerksam. Der Vorwurf von Stoschs, die Atheisten müssten sich, um in einem Diskurs Ernst genommen zu werden, zunächst mal in die Theologie einarbeiten, richtet sich damit ja zugleich gegen nahezu die gesamte Christenheit (außerhalb der elitären Zirkel, wie Theologieseminare und ähnlichem). Denn das, was Dawkins, Hitchens und ihr attackiert, stellt die in der Öffentlichkeit sichtbare und wirksame Relgiösität dar. Und dieser sind nach meiner Wahrnehmung all die argumentativen Feinheiten und Rationalisierungen, die wir in der Sendung mitanhören durften vollkommen fremd. Von Stoch und seine Kollegen sollten daher Dawkins und auch Euch dankbar sein, denn ihr führt ihnen vor Augen (wenn sie das denn überhaupt sehen wollen), was für absurde Blüten der von ihnen als so rational gepriesene Glauben unter den Laien treibt. Dawkins argumentiert zwar nicht überwiegend gegen die geschlossene religiöse Ideologie, aber eben auch nicht gegen Strohmänner.
    Die entscheidende Frage, die man dan Herrn von Stoch stellen müsste wäre dann (gesetzt den Fall es ließe sich auch wasserdicht beweisen, dass die christliche Laienschaft und die Theologische Elite praktisch voneinander entkoppelt sind), was es über eine Religion aussagt, wenn es praktisch nicht möglich ist über zentrale Glaubenssätze auf Augenhöhe zu debattieren, ohne zuvor langwierige Studien angestellt zu haben. Von Stochs mehrfach vorgetragene Aufforderung an Matthias, vor einem Gespräch über Dogmen die Fachliteratur zur Kenntnis zu nehmen, erinnert an die unter Marxisten nicht unübliche Aufforderung bei einem Gespräch über Ökonomie zunächst alle drei Bände des „Kapitals“ mehrfach und intensiv durchzuackern, sonst sei man in dieser Frage gar nicht satisfaktionsfähig.
    Ein Ausweg in solchen Debatten wäre vielleicht, anders als z.B. bei Leuten wie Timo Roller, die den Fehler machen naturwissenschaftlich und historisch überprüfbare Behauptungen aufzustellen, sich gar nicht auf eine explizit theologische Debatte einzulassen. Stattdessen könnte eine Möglichkeit sein, grundsätzlicher zu argumentieren, z.B. weshalb eine bestimmte Auswahl 2000 Jahre alter Geschichten uns mehr über das Leben, das Universum und den ganzen Rest verraten sollten als irgendeine andere Auswahl irgendwelcher anderen Geschichten.

  8. kereng Says:

    Können wir ein Wörterbuch „Katholisch – Deutsch“ zusammenstellen?
    Maria = Menschheit oder Kirche
    Jungfräulichkeit = Überraschung
    Leib = ganzer Mensch (aber ohne Körper?)
    Dogma = Leitplanke

  9. Paul Freimann Says:

    Schönes Interview.

    Witzig fand ich die doch recht häufigen Seitenhiebe auf den andere Kreuzanbeterverein – da merkt man deutlich, aus welchem Stall der Herr Theologe kommt.

    Argumentativ war es m. M.n. nicht so toll. Der öfters gefallene Hinweis, „dies und das müsste man im entsprechenden historischen Kontex sehen“, ist mir unverständlich und fehl am Platz.

    Egal was es ist – wenn diese Theologen behaupten, Gottes Worte / Wahrheit / Weisheit (oder was auch immer) zu verkünden, dann können die Dogmen auch nicht in einem definierten (zeitlich begrenzten) historischen Kontext betrachtet werden, sondern gelten nach meinem Verständnis für jede Zeit.

    Wenn die Theologen das Verständnis der Dogmen aber zwingend am zeitlichen Kontext fest macht und dieser Kontext offensichtlich heutzutage nicht mehr gegeben ist, sind die Dogmen auch überflüssig, um nicht zu sagen falsch.

    Genauso wenig sind diese Dogmen jedesmal neu zu deuten, um (möglicherweise) eine einigermassen passende verweichlichte Deutung für den jeweiligen historischen Kontext zu schaffen.

    Gelten die Dogmen (und so verstehe ich diese) aber für alle Zeiten, müssten sie doch losgelöst vom historischen Kontext auch heute und in 10000 Jahren noch ihre absolute Gültigkeit / Richtigkeit / Wahrheit haben (oder hab ich das falsch verstanden?).

    Ich fand letztlich, dass der Hr. Theologe in typisch theistischer Manier zum Schönreden und Relativieren seines irrationalen und absurden Fantasiekonstruktes (genannt „Glauben“) neigt – allerdings mehr als es gut tut bzw. der Vernunft letztlich dienlich ist.

    Es bestürzt mich zudem, das derlei absurde und irrationale Denke ungehindert an junge Menschen weiter gegeben werden darf.

    Trotz der Aussage, der Hr. Theologe wüsste wovon er redet, hatte ich eher den Eindruck, dass auch seine (zugegeben, rhe­to­risch versiert dargestellte und stellenweise gut durchdachte) Sichtweise des Christentums eben auch nur eine (von vielen) individuell zurechtgelegten Ansichten ist.

    Alles in allem fand ich das Intwerview aber sehr schön und gesittet.

  10. deradmiral Says:

    Chapeau! Matthias hat Stosch dazu gebracht, dass er ab 2:32 tatsächlich zugegeben, dass Gott (und damit Jesus) selber mit der Erbsünde belastet ist.

    Nur Maria und ein paar Indianer (die noch keinen Kontakt mit der Zivilisation hatten) sind dann frei von der Sünde…

  11. Roland Says:

    Auch eine beliebte Taktik studierter Theologen…“…mit dir diskutiere ich gar nicht, ist ja Stammtischniveau…“ Auf den Herrn von Stosch passt das Bild des Professoren im Elfenbeinturm perfekt…Auf jeden Fall ein gefundenes Fressen für eure neue Mitketzerin Sonja. Ein fröhliches „Ketzer On“ aus der Konzilstadt Konstanz :-).

  12. Erna Says:

    Danke für das Interview. Im Gegensatz zu den meisten (?) Kommentatoren fand ich es doch ziemlich interessant, mal einen gewandteren Religiösen zu hören als den Arche-Roller.

    Die grundsätzliche Ansicht, dass der Glauben eines „ungebildeten“ Gläubigen sich von einem Theologen unterscheidet, halte ich für zulässig. Ein „ungebildeter“ Agnostiker oder Atheist verwendet auch nicht jede feine Argumention und Abwägung, die Dawkins ins Feld führt…

    Seine Position hat von Stosch, wie ich finde, ziemlich gut verteidigt. Aber woran liegt das? In meinen Augen kam die „Fundamentalkritik“ an Religion und dem Glauben an Gott zu kurz.
    Weshalb sollte man über all die Details diskutieren, die den Katholizismus von anderen christlichen Religionen unterscheidet? Es ist doch aus atheistischer Sicht effektiv bedeutungslos, welche Strömung sich nun wie erklärt. Viel wichtigere Fragen bzw. Streitpunkte scheinen mir z.B. zu sein: Wie wird denn eigentlich begründet, dass es nur einen Gott gibt? Wenn man die Existenz von Göttern als gegeben annimmt, erscheint mir eine „Historie“ oder „Entwicklung“ mit einer Unzahl Götter viel schlüssiger als die biblische Erklärung.

    Auch den Herr von Stosch kriegt man recht schnell in die berühmte „… Ja an irgendeinem Punkt muss man halt GLAUBEN!“-Ecke gedrängt, in der seine Argumente immer esoterischer („gerade das blinde GLAUBEN zeichnet Religion ja aus! Das ist ja das tolle!“ usw…) wird.
    Und genau in dieser Fundamentalkritik zeigt sich meiner Meinung nach, dass (auch) der katholische Glaube wenig mit Rationalität zu tun hat, sondern auf zutiefst irrationalen Grundaussagen fußt.

    • Skydaddy Says:

      Hallo Erna!

      Von Prof. von Stosch gibt es einen Artikel, in dem er versucht, sich mit Dawkins „Gotteswahn“ auseinanderzusetzen und in dem er ebenfalls versucht, seinen Glauben an Gott zu begründen. (Der Artikel wird auch im Interview erwähnt.)

      Den kannst Du ja mal lesen, wenn Dich seine Begründung interessiert.

      Sein Versuch, Dawkins zu „widerlegen“ entpuppt sich allerdings bei genauer Betrachtung als intellektuelle Selbstentleibung, die bemerkenswerten Aufschluss über das Denken von Theologen gibt.

      Bisheriges Highlight ist der Umstand, dass er bei seinem Versuch, Dawkins‘ Position zu erfassen, Dawkins‘ Ergebnis („Es ist extrem unwahrscheinlich, dass Gott existiert“) in „Dawkins'“ vermeintlichen Prämissen unterbringt – und dann noch nicht mal bemerkt, dass der „Dawkins“, den er widerlegen will, im Zirkelschluss argumentiert.

      Ich will dazu eine Entgegnung verfassen. Wer sich dafür interessiert, dem schicke ich gerne (wenn ich soweit bin) einen Entwurf zum gegenlesen. Interessenten könne mir mailen oder sich hier eintragen.

      • Roland Says:

        Hallo Matthias,

        ich habe mal kurz in die Prämissen rein gelesen, schon bei der zweiten musste ich meine Hand vor’s Gesicht schlagen.

        Der Herr von Stosch meint anscheinend allen Ernstes Dawkins gibt als „Erklärung für alles was ist“ die Evolutionstheorie an.

        Ich kann dem Herren nur mal empfehlen sich an seiner Uni mal in einen Grundkurs Evolution zu setzen (sofern es den in Paderborn gibt). Abgesehen davon frage ich mich bei der Aussage, ob er den Gotteswahn überhaupt gelesen hat.

        Sicherlich gibt’s bei Dawkins das ein oder andere zu kritisieren, aber zu behaupten, Dawkins einziges Argument sei, dass die Evolutionstheorie der Schöpfunglehre überlegen sei (was ja eigentlich Äpfel mit Birnen verglichen ist) und es darum keinen Gott gibt, ist ja schon dreist.

        In deinem Interview wird er ja nicht müde ständig von Kontexten und Interpretationen zu faseln und dich als als Unwissenden darzustellen. Aber das was er da schreibt, zeigt ganz deutlich, wer hier was nicht verstanden hat.

        Auf jeden Fall freue ich mich auf eure nächste Ketzer-Episode :-).

        Schöne Grüße aus der Konzilstadt

        Roland

  13. scipiommxii Says:

    Ja, Stosch hat seine Position gut verteidigt.

    Aber: Viel von der Wirkkraft seiner Argumente gründet doch in dem Umstand, dass es ihm relativ schnell gelungen ist Skydaddy in die Enge – Thema: Denzinger-Hünermann – zu treiben (was wohl nicht ohne Wirkung bei Matthias geblieben ist – oder?). MIch hätte so etwas zweifellos verunsichert.

    Mit dem Verweis auf Denzinger-Hünermann plus Lektüre diverser Dogmengeschichten hat Stosch aber einen ganzen can of worms geöffnet, den er gegen einen in diesen Fragen geschulten Kritiker (wer ist das schon!?) gar nicht verteidigen kann. (Beispiel: Die beiden Dogmen des 19.Jahrhunderts haben viel mit der Figur von Papst Pius IX – der von vielen Seiten hinsichtlich seiner Kirchenpolitik und Persönlichkeitsstruktur hochkritisch interpretiert wird – zu tun und lassen mithin ihre Einordnung in den Zeitkontext / ihre Interpretation durch von Stosch doch – aus historischer Perspektive – allzu unkritisch / hochnaiv erscheinen.)

    Aber das alles ist Skydaddy nicht wirklich anzulasten, weil man das gar nicht einfordern kann. Aber es bleibt eben nicht wirkungslos und wurde von von Stosch – in meinen Augen – genüsslich ausgenützt. (Er wirkt auf mich etwas affektiert, von oben herab und in diesem Kontext fand ich den Erstsemester / Grundkurs-Hinweis reichlich billig). Egal …. Mathias hätte das Thema hier besser schneller wechseln sollen.

    So, das musste raus.

    Trotzdem, Mathias, guter Job!

    • Skydaddy Says:

      Hallo scipiommxii:

      Ich hatte mir vor dem Interview überlegt – und dies auch mit Prof. von Stosch so abgesprochen –, dass wir die einzelnen Punkte nicht „ausdiskutieren“ (weil wir uns ja vermutlich sowieso nicht gegenseitig überzeugt hätten), sondern dass jeder seine Position darstellt und wir es den Hörern überlassen, was sie wie überzeugend finden.

      Das hat ja offenbar auch gut geklappt!

  14. deradmiral Says:

    Für mich waren die folgenden Aussagen von Stosch bemerkenswert:

    1. Der Nationalsozialismus ist atheistisch geprägt.
    2. Die katholischen Dogmen sind „Leitplanken für das Denken“
    3. Der Katechismus ist dem Wandel unterworfen.
    4. Erbsünde ist nicht erblich und nicht nur Maria vorbehalten.
    5. Normale Katholiken können ohne Studium der Theologie nicht mitreden.
    6. Die von der katholischen Kirche veröffentlichen Katechismen (insb. Youcat) sind unvollständig, irreführend und nicht zitierbar.
    7. Dawkins ist ein militanter Krawallatheist.
    8. Die Position von den neuen Atheisten ist nicht diskussionswürdig.
    9. Gott ist auch in der Sünde verstrickt.
    10. Die Konsekration ist nicht nur symbolisch.
    11. Kein Katholik glaubt, dass Adam und Eva existiert haben. Das ist doch absurd.

    Da werden wir wohl beim nächsten Ketzerpodcast einiges zu bereden haben…

    Danke an Matthias, dass er den Kollegen von Stosch die Gelegenheit gegeben hat, sich so zu blamieren.

  15. ernieee42 Says:

    Also zuerst ein Lob: Ich finde dieses Gespräch super, habe nach 2,5 h zuhören aber langsam den drang irgendwem meine Meinung irgendwem ins Gesicht zu brüllen. Damit ich damit keine armen, unschludigen Passanten erschrecke, schreibe ich nun einen Kommentar 😀
    Wenn ich das richtig verstanden habe, muss ich Katholik sein um katholische Theologie zu studieren. Damit ist dies für mich keine Wissenschaft. Letztendlich wäre doch ein Atheist, der mit einem Stipendium von Humanisten Theologie studiert, der Perfekte und von Prof. Dr. Klaus von Stosch gewünschte Diskusionspartner.
    Zudem stellt sich mir die Frage, was humanistische/atheistische Philosophie leisten könnte, was Philosophie nicht bereits leisten müsste.
    Ich denke nicht, dass ein „Atheistenstudium“ einen besser als ein Theologiestudium auf eine Diskusion mit christlichen Theologen vorbereiten könnte, da es für Atheisten verhältnismäßig uninteressant ist, katholische Theologie zu verstehen. Nach meinem Eindruck ist diese Theologie das Ergebnis von intelligenten Menschen, die seit Jahrtausenden versucht haben, antike Märchen realitätskonform und zukunftsfähig zu machen.
    Für mich als Atheisten ist die zentrale Frage: „Gibt es einen Grund, dass ich einen Gott annehmen muss?“ Bisher habe ich keinen Grund gefunden, also bin ich Atheist.

  16. Skeptischer Bruder Says:

    Am Anfang hat Skydaddy gesagt, dass Stosch nicht das typische Theologen-Gequassel an den Tag legt. Aber dann hat Stosch das mit dem Leib Marias erklärt, und das war in meinen Ohren genau das Gefasel, dass immer von den Theologen kommt.

    Mal ein (Achtung!) Gleichnis:

    T: Der Apfel ist rot.
    A: Aber der Apfel ist doch grün!
    T: Das ist ein Missverständnis. Das lernt ein Apfeloge schon im ersten Semester. Wenn ein Apfeloge „rot“ sagt, dann meint er eigentlich „irgendeine Farbe“. Das ist verbunden auch mit einem Geschmack, und der Hoffnung, dem Apfelpflücken gewahr zu sein, und dem Versprechen, dass irgendjemand in den Apfel beißen wird und mit dem guten Geschmack gesegnet wird.

    Da werden Begriffe umdefiniert wie es gerade passt und mit viel Tiefgründelei verziert, und das Ergebnis ist sinnfreies Geschwafel.

  17. kereng Says:

    Wenn es noch ein Interview gibt, könntet ihr dann v.Stosch fragen, wofür Uta Ranke-Heinemann ihre Lehrbefugnis entzogen wurde? Meines Wissens hat sie genau das gesagt, was v.Stosch als Lehre der Kirche ausgibt. Oder lag es daran, dass sie sich weigerte die Formel „geboren von der Jungfrau Maria“ zu sprechen?

  18. Anaximander Says:

    Möchte mich den Einwänden von user unknown anschließen. „Wahrheit“ ist die (überflüssige) Substantivierung eines Eigenschaftswortes, das sich nur auf Aussagen anwenden lässt. Es gibt nicht „die Wahrheit“, sondern nur eine Vielzahl von wahren Aussagen. Wer ein Wesen als „die Wahrheit“ bezeichnet, befindet sich philosophisch auf einem dermaßen primitiven Niveau, dass er den Ball doch etwas flacher halten sollte als von Stosch in diesem Interview.

    Richtig ist auch, dass man keine (vermeintlichen) Falschheiten ausschließen kann, ohne einen Wahrheitsanspruch anzumelden. Denn „p ist falsch“ ist gleichbedeutend mit „¬p ist wahr“. Man kann also nichts ausschließen ohne etwas zu behaupten.

    Was mir noch aufgefallen ist: Wenn von Stosch nicht an supernatürliche Eingriffe glaubt, was ist dann mit Wunderheilungen? Deren Feststellung ist immerhin die Voraussetzung für Selig- und Heiligsprechungen. Vielleicht wird es irgendwo im Interview angesprochen; die ganzen zweieinhalb Stunden wollte ich mir nicht antun.

    Letztlich bestätigt das Interview meinen Eindruck: Mit Theologen zu diskutieren ist wie ein Boxkampf mit einer Nebelwand. Diese Leute sind so trainiert darauf, eisenzeitlichen Quatsch, der ursprünglich sehr klar und konkret, aber auch völlig irrational war, durch Relativierungen, Aufweichungen, selektive Umdeutungen und pseudo-akademische Begriffe einzunebeln, dass am Ende nichts übrig bleibt, worüber man sinnvoll diskutieren könnte. Festnageln könnte man diese Menschen eigentlich nur durch historische Argumente. Indem man zum Beispiel zeigt, dass der Schöpfungsglaube bis in die jüngste Vergangenheit eben sehr wohl kreationistisch verstanden wurde.

    Natürlich haben Theologen immer den Heimvorteil, dass sie auf zig Werke ihrer Phantasiewissenschaft verweisen können, die man erst gelesen haben müsse, um mitzureden. Da muss man dann, ähnlich wie als Kritiker von Esoterik, Gender-Forschung oder Verschwörungstheorien, sehr genau abwägen, ob man die Lebenszeit opfern möchte, um Konvolute zu lesen, die sich vermutlich als heiße Luft entpuppen, und die, da sie außerhalb der theologischen Fakultäten von niemandem gelesen werden, im Grunde auch keine Relevanz haben.

  19. Gou Says:

    Der Ketzer hat sich leider schulmeistern lassen. Nicht das Herr Stosch gute Argumente hätte aber diese wurden größten teils durch-gewunken oder bejaht. Nazis waren ja irgendwie auch Atheisten.Die Kirche war natürlich immer gegen sie und spuckte kryptische Orakelsprüche aus um den Menschen zu helfen, aber nur sie selbst kann diese Sprüche deuten. Eine Milliarde Katholiken glauben diese aber verstehen sie nicht. Das ist aber aus bestimmten Gründen egal. Vertrauen ist wichtiger als verstehen und ohne Theologie Studium darf man eh nicht wirklich mitreden.

    Als nächstes sagt ein Scientologe das man Scientology erst ab dem OT Rang kritisieren darf weil man sonst nicht alles über Xenu weiß und noch zu viele Körper-Thetane an sich kleben hat.

    • Skydaddy Says:

      Hi Gou,

      Ich hatte mir vor dem Interview überlegt – und dies auch mit Prof. von Stosch so abgesprochen –, dass wir die einzelnen Punkte nicht “ausdiskutieren” (weil wir uns ja vermutlich sowieso nicht gegenseitig überzeugt hätten), sondern dass jeder seine Position darstellt und wir es den Hörern überlassen, was sie wie überzeugend finden.

      • scipiommxii Says:

        Hallo skydaddy,

        könntest Du mir – sofern Du mit von Stosch weiter in Kontakt stehst – einen Gefallen tun und ihn darum bitten, Dir die einschlägige Fachliteratur zu benennen, die seine These des atheistischen Nazionalsozialismus explizit vertritt und (sofern möglich) die aus seiner katholischen Sicht besten Dogmengeschichten (und zwar jeweils die besten Kurzfassungen, die besten Detaildarstellungen und die umfassendste Gesamtdarstellung in meinetwegen 20 oder mehr Bänden)?

      • Anaximander Says:

        „Ausdiskutieren“ wäre ja nicht nötig gewesen, aber zumindest eine Erwiderung auf besonders unsinnige oder unverschämte Aussagen (angebliche Niveaulosigkeit der Atheisten) wäre schön gewesen.

        So macht der Interviewer einen extrem servilen Eindruck. Als wäre er geradezu entzückt darüber, dass sich ein Theologe herablässt, ihn zu belehren.

        @scipiommxii:

        NS-System als „atheistisch“ zu bezeichnen, ist natürlich Unsinn. Bei fast allen Nazi-Größen lassen sich religilse Überzeugungen nachweisen. Siehe dazu folgendes Buch, witzigerweise von einem Theologen:

        http://hpd.de/artikel/10081

      • Skydaddy Says:

        Schau mal hier: Von Stosch vs. Dawkins (1): Der Mottengott.

      • scipiommxii Says:

        @ Anaximander

        Eben.

        Ich bin rein an von Stosch`s Quellen interessiert, die ihn – der sich doch so seriös / rein auf dem Boden der Wissenschaft agierend gibt – zu der steilen These des atheistischen Nationalsozialismus verführen. Vielleich habe ich ja etwas übersehen? Scheinbar nicht.
        Mir ist auch aufgefallen, dass von Stosch – nach Skydaddys Einwand mit den Gottes-Koppelschlössern – hier lediglich seinen Dissens vermerkt haben wollte, wohingegen er bei der Dogmenfrage lustigerweise immer wieder sehr gerne tiefer gehen wollte.

      • Skydaddy Says:

        @scipiommxii:

        Beim Thema „Nationalsozialismus“ haben wir uns im Gespräch darauf geeinigt, dass wir damit kein neues Fass aufmachen wollten und und lieber die Dogmen komplett durchziehen.

        Kann sein, dass ich diese Abstimmung da rausgeschnitten habe. Prof. von Stosch wollte meinen Hinweis auf Hitler aber nicht unwidersprochen lassen, daher habe ich den drin gelassen.

        Soll sich ja niemand darüber beschweren können, dass man ihn nicht richtig wiedergibt.

      • scipiommxii Says:

        @ Skydaddy

        Vielen Dank auch für diesen Hinweis.

        Um das Thema Nationalsozialismus abzuschließen: Ich gehe stark davon aus (eigentlich bin ich mir hier sehr sicher), dass es – außer vielleicht in Form von Randbemerkungen christlich geprägter Autoren – keine „seriöse“ (sprich: fachwissenschaftliche / nicht-apologetische) Studie gibt, die von Stosch`s These faktenbasiert und breit unterfüttern kann.
        Was hätte ihn denn davon abgehalten neben dem Dissens in dieser Frage kurz auf den Autor XY hinzuweisen, der diese Nähe klar herausarbeitet? Nichts!

        Nochmals: Mir geht es hier gar nicht darum, von Stosch irgendeine mehr oder minder „fiese“ Debattenstrategie zu unterstellen, sondern rein um den Namen des Autors / der Autoren, auf die er sich in dieser Frage berufen kann.

      • Skydaddy Says:

        @scipiommxii:

        Anders als Du bin ich SICHER, dass es solche Fachliteratur gibt. Die Arbeit von Theologen und kirchennahen Historikern besteht doch gerade darin, sich die Dinge so zurecht zu schreiben, wie man sie braucht.

        Auch, wenn sich die Argumente bei genauer Prüfung als haltlos erweisen, werden sie doch aus gläubiger Sicht zumindest den Anschein der Plausibilität erwecken. Und alles, was man braucht, ist etwas Zitierfähiges und eine auf den ersten Blick halbwegs plausibel erscheinende Argumentation, worauf sich später andere Apologeten berufen können, wenn sie einen Zusammenhang zwischen Atheismus und Nationalsozialismus behaupten.

      • scipiommxii Says:

        @ Skydaddy

        In der Regel wird der Nationalsozialismus als „gottlos“ (sprich nichtchristlich und gottesfern) und heidnisch dargestellt. Katholische Historiker betonen hier natürlich auch immer die strikte Gegnerschaft der katholischen Kirche. Das ist Standard.

        Aber: Es gibt aber – soweit ich weiß – keine Studie, welche die Atheismus-These explizit als solche vertritt und verteidigen kann. Darum geht es mir. (Und das ist eben der klare Gegensatz etwa zum Stalinismus, wo sich der Atheismus klar nachweisen lässt!)

        Um die Gläubigen geht es mir gar nicht … mir geht es um die Basis von von Stosch´s rationaler / faktenbasierter Herangehensweise an bestimmte Themen. Und ich sehe hier klar den Apologeten am Werk.

  20. Von Stosch vs. Dawkins (1): Der Mottengott | Skydaddy's Blog Says:

    […] hatte ich das Vergnügen, für den Ketzerpodcast ein zweieinhalbstündiges Gespräch mit dem katholischen Theologieprofessor Dr. Klaus von Stosch […]

  21. Reinhard Rösler Says:

    Ich fand es ein hochinteressantes Gespräch. Dass Matthias dabei etwas ins Hintertreffen geriet, finde ich nicht schlimm. Viel wichtiger ist für mich der Einblick in die Denkweise von Theologen. Das war für mich auch das einzig Gewinnbringende an der Lektüre „Gott – eine kleine Geschichte des Grössten“ von Manfred Lütz. Wenn man die Prämissen für richtig hält, baut sich der Rest logisch auf. Leider hat Prof. von Stosch nicht dargelegt, was diese Prämissen sind.
    Was mir auffiel:
    – Von Stosch klingt tatsächlich nicht so geschwurbelt wie die von Kubitza im „Dogmenwahn“ zitierten Theologen, aber im Gespräch hat er meines Erachtens seinen Anspruch „Was sich sagen lässt, das lässt sich klar sagen“ trotzdem nicht eingelöst. Dazu werden zu oft Begriffe im katholischen Sinne definiert (was aber wohl an der Lehre liegt und nicht an ihm).
    – Der Satz „Wenn er [der normale Gläubige] Fragen hat, kann er sich ja dann an einen Theologen wenden.“ klingt sehr nach Stellensicherungs- und Arbeitsbeschaffungsmaßnahme.
    – Ich habe häufig den Eindruck, dass Theologen sich bei den sogenannten neuen Atheisten darüber ärgern, dass diese sich überhaupt nicht um Theologie kümmern. Wenn ich aber – zumindest in der katholischen Theologie – überhaupt nur mitspielen darf, wenn ich im gleichen Verein bin, wären die Theologen als Profis immer überlegen. Dawkins und andere wenden sich natürlich überwiegend gegen Evangelikale und radikale Muslime (mit denen sie durchaus diskutieren), aber sie spielen halt auf ihrem eigenen Feld. Allerdings darf da jeder mitspielen.

  22. Genesis 0.0 Says:

    Hallo, ich bin relativ neu hier auf Ketzer 2.0 und habe es mir angetan diesen Podcast anzuhören;-)

    Respekt vor Matthias‘ Durchhaltevermögen und seiner konstanten Offenheit/Freundlicheit!

    Ich fand, Matthias hat sich viel zu sehr aufgeopfert, indem er sich zu stark in von Stoschs Gedanken-/Phantasiewelt hat hineinziehen lassen. Auf so einer fremden Spielwiese kann man eigentlich keinen Boden gewinnen und verschwendet nur seine Zeit, da der Phantasie bekanntlich keine Grenzen gesetzt sind und mit deren Hilfe man immer ausweichen und relativieren kann.

    Soweit ich mich erinnere war von Stosch an mindestens einer Stelle besonders Stolz darauf, dass der Katholizismus am weitesten entwickelt sei. Meines Erachtens hat er sich am weitesten von der Realität wegentwickelt.

    Wenn man bedenkt, wieviel religiöse Literatur es gibt und was für ein gigantisches Kasperltheater in diesen Bereichen zelebriert wird… Eine immense Verschwendung an geistiger Energie, die viel sinnvoller zum Wohle von Menschheit und Umwelt eingesetzt werden könnte… Irgendwie traurig, aber ist halt so.

    Meiner Meinung nach interessiert doch erst mal nur die grundlegenste Frage: Woher kommt Gott bzw. kommen die Götter?

    Für mich ist die plausibelste Antwort darauf: Von den Menschen. Gott/die Götter sind eine Schöpfung der Menschen und nicht umgekehrt. Götter dienen/dienten als Erklärungsmodelle für nicht verstandene Phänomene die den Menschen stark beindruckt haben. In den Anfangszeiten sicherlich besonders Naturkatastrophen, Vulkanausbrüche, Erdbeben, Flutkatastrophen, Gewitterblitze etc. Da wir heute die allermeisten Phänomene erklären können wird es immer enger für die organisierte Religiosität, folglich müssen immer abstrusere Erklärungen kreiert werden.

    Die Wahrheit ist meist simpel, Irrwege verzweigen sich mehr und mehr und man sieht den Wald vor lauter Bäume nicht mehr.

    Ich finde als Bezeichnung für den von Generation zu Generation weitergegeben Aberglauben der immer weiter gesponnen wird und aufgrund unbewusster Urängste nur von relativ wenigen Menschen hinterfragt wird, den Begriff „Erbsünde“ mit der entsprechenden „Ursünde“ recht passend;-)

    Viele Grüße, Ihr seid auf der richtigen Spur!
    Ralf

  23. user unknown Says:

    Ich meine Matthias hat das durchaus gut gemacht.

    Die Atheisten-Nazi-Christen-Diskussion kennen die meisten von uns sicher zur Genüge. Wenn es um einen Punktsieg gegangen wäre, dann hätte man darauf ausführlicher eingehen können, aber darum ging es wohl weniger.

    Ich habe gelernt, dass man nicht zu tief in die Bibel blicken soll, das ist was für Protestanten.

    Was ich hier nicht gehört habe, aber eigentlich bleibt nur diese Erklärung, ist, dass man auf Rom und Kirchenoberhäupter auch nicht hören darf, weil diese pragmatisch eine Klammer für alle Leute sein muss, vom einfachen Bauern bis zum Berufssöldner usw.

    Auf das einfache Volk darf man zuletzt hören, weil die Idioten haben gar keine Ahnung, was das für eine Religion ist, der sie angehören.

    Ich, als zertifizierter Vulgäratheist, schlage aber am liebsten auf die größte Gruppe ein, den Katholik von der Straße, auf den bunten Promi, also Päpste, Kardinäle, wenn es schlecht läuft auf Bischöfe vor der Tür und auf die Bibel, da trifft man immerhin auch Protestanten mit, beim AT auch gleich noch die Juden.

    Aber Universitätstheologen?

    Eine winzige Gruppe, weitgehend unbekannt und ziemlich machtlos.

    Zur Abwechslung aber interessant mal zu hören was sie so zu sagen haben. Das ich die nächsten 3 Jahre nicht mehr darüber wissen will weiß ich jetzt. Alternativ hätte ich wohl bekannte Argumente zu christlichen Nazis gehört.

  24. Von Stoschs “Gottesbeweis”: Der Mottengott | Ketzer 2.0 Says:

    […] Interview erwähnte Prof. von Stosch, dass er meint, gute Gründe für die Annahme eines Gottes und eines […]

  25. karlpaul Says:

    Jetzt weiss ich endlich wie Katholiken ticken! Nach 40 Jahren Zufallsmitgliedschaft habe ich vor 10 Jahren die Reissleine gezogen, bin ausgetreten und fühle mich seither ein Stück erwachsener. Es fühlt sich an, als würde man nochmals von Zuhause wegziehen – super!
    Der Vergleich Computer – Computerexperte, Gott – Religionsexperte verstehe ich nicht. Denn erstere existieren wirklich. Der Computer steht auf meinem Tisch und vom Experten habe ich die Telefonnummer. Religionsexperten kenne ich auch persönlich, aber von Gott sehe ich weit und breit nichts.
    Herr Stosch wirkte im Interview sehr arrogant. Matthias hingegen eher demütig. Vermuten würde man es eher umgekehrt.

  26. Von-Stosch-Interview nun auch bei YouTube | Ketzer 2.0 Says:

    […] Interview mit dem kath. Theologieprofessor Dr. Klaus von Stosch ist jetzt auch bei YouTube verfügbar. […]

  27. Hal Says:

    Ein interessanter Einblick in die verschrobene Gedankenwelt eines Theologen und wie unglaublich arrogant und anmaßend ihr Selbstbildnis ist – Experten und Wissenschaftler – ich muss lachen!

    Die Grundlagen ihres Glaubens werden als selbstverständlich aufgefasst/vorausgesetzt und die Kritik der „niveaulosen Krawallatheisten“, die genau hier ansetzt, wird mit verschwurbelter Rhetorik beiseite gefegt. Was den Theologen wohl besonders missfällt ist dass sie erstens nicht ihre Glaubensgrundlage widerspruchsfrei und logisch konsistent etablieren können und sie zweitens (deswegen) von den meisten neuen Atheisten als irrelevant eingestuft werden.

    Die netten alten Atheisten, die demütig auf den Gebiet der Theologie und Philosophie argumentierten, also mit Heimvorteil für Theologen, ließen ihnen die Illusion ihre Argumentation wäre zumindest nicht unsinnig, und/oder würde eine vernünftige mögliche Realität des Übernatürlichen widerspiegeln/beschreiben.
    Wenn sich Theologen der von den Naturwissenschaften beschriebenen Realität stellen müssen, geht nicht nur ihr Heimvorteil flöten, sie entblößen zudem ihre unwissenschaftliche Denk- und Arbeitsweise und ihre umfangreiche Ignoranz auf dem Gebiet der Naturwissenschaften.
    Als Beispiel kann die Evolutionstheorie dienen, sie wurde von den Katholen mit ihren Glauben als vereinbar erklärt, welches mMn kompletter Unfug ist, denn sie ist essentiell Ziellos (aber nicht im Ganzen zufällig) und führt zu keiner „Krone der Schöpfung“ und bedarf keiner höheren Intelligenz.

    Einen Lehrstuhl für Humanismus kommt mir nicht als wünschenswert vor, denn Theologie, egal welcher Geschmacksrichtung, hat an den Universitäten nichts verloren. Auf den Gebieten der Philosophie und Sozialwissenschaften lässt sich ganz ausgezeichnet über Ethik und Humanismus nachdenken. Ein humanistischer Lehrstuhl gleichberechtigt mit der Theologie würde für letztere eine Daseinsberechtigung stellen. Theologie und andere Esoterik gehört einfach nicht als wissenschaftlich aufgewertet, die verschiedenen Glaubensgemeinschaften sollten ihre rhetorischen „flimflam artist“ für eigene Mittel und im eigenen Rahmen „ausbilden“. Es gibt ja hoffentlich auch keine öffentlich finanzierte Astrologen Ausbildung.

    „flimflam artist
    A swindler. Flimflam artist indulged in confidence games in which the victim is persuaded to buy worthless property. These crooks go after bigger game than street hustlers, card sharps, or bait and switchers do because of the time and preparation that their scams require. “Flimflam” has been traced back to a Scandinavian word, although folk etymology has come up with a connection to an early 20th-century New York City law firm of dubious reputation, Flam & Flam.“

  28. @MGENBlog Says:

    Danke schön für diesen sehr interessanten Einblick in die Geisteswelt eines katholischen Theologen. Herr von Stosch wirkt durchaus sympathisch – wie übrigens auch Matthias. Das Format, also relativ kurz fragen und dann den Mann in Ruhe ausreden lassen, empfand ich als sehr gelungen.

    Weil einige Kommentatoren sich darüber gewundert haben, dass Herr von Stosch so entspannt und rational klingt: Leute, gebt mir 30 Jahre Zeit und ein Professorengehalt, und ich finde rational klingende Begründungen für jeden beliebigen Behauptungskomplex. Egal ob Edda, Herr der Ringe oder Bibel. Das ist kein Kunststück, das kann jeder. Und die Katholiken üben genau das schon sehr lange und haben alles Geld der Welt.

  29. awmrkl Says:

    @mgen

    „gebt mir 30 Jahre Zeit und ein Professorengehalt …“

    Volltreffer! Versenkt!
    Wenn die intellektuelle Redlichkeit dabei (auch) dran glauben darf, umso leichter.
    Wenn nicht, wird es mE **extrem** eng.
    Oder der/die Betreffende lullt sich dermaßen in sein Phantasiekonstrukt ein, daß er hint und vorn nicht mehr raussieht – aber dann ist doch wohl der Anspruch als Akademiker endgültig dahin?

    Ich kapier’s jedenfalls nicht.

  30. kereng Says:

    Jerry Coyne sagt, dass die Historizität von Adam und Eva sowie das damit verbundene Kontrukt der Erbsünde katholische Dogmen sind. Ich habe in seinem Blog kommentiert, dass das laut v. Stosch nicht der Wahrheit entspricht.
    https://whyevolutionistrue.wordpress.com/2015/11/06/radio-show-on-faith-versus-fact-in-20-minuts/#comment-1259967

    Coyne nennt daraufhin v. Stosch „a renegade professor of theology“, also einen Abtrünnigen. Ein anderer Kommentator ergänzt: „WAY out of line with catholic dogma“, also jenseits aller Leitplanken.

    Nun wünsche ich mir zwei weitere Interviews: Eins, in dem Prof. v. Stosch die offenen Fragen und losen Enden des ersten Interwies aufnimmt und z. B. erklärt, wieso nach der leiblichen Himmelfahrt kein leeres Grab zurückbleibt. Und eins mit einem konservativen Theologen, der uns sagt, ob v. Stosch die offizielle katholische Lehre vertritt.

  31. kereng Says:

    Ich habe bei mykath.de und im Freigeisterhaus nach der Akzeptanz von Stoschs unter Katholiken gefragt. Ungefähr 5 von 6 stimmen ihm zu. Die meisten glauben nicht, was im Katechismus steht.

  32. Katholik 1.0 Says:

    Professor von Stosch ist ein sogenannter Modernist (vgl. St. Pius X., Pascendi Dominici Gregis) und damit nichts anderes als eine merkwürdige Art von Agnostiker. Wahrheit ist für ihn zeit- und kulturabhängig. Sein Denken steht dem normalen Hausverstand diametral entgegen.

    Man muss etwas über die Philosophie und Theologie der jüngeren paar Jahrhunderte wissen, um das Denken dieser Leute halbwegs nachvollziehen zu können. Unter Theologen und dem Klerus der Kirche ist Professor von Stosch damit keine Ausnahme.

    Bis 1967 mussten Kleriker den sogenannten Antimodernisteneid (siehe Wikipedia) ablegen. Professor von Stosch leugnet bereits den ersten Punkt: Bekenntnis, dass der kausale Gottesbeweis Gott beweist.

    Was heute dem Unbedarften als Katholische Kirche erscheint, ist eine komplett neue Religion, in der Gott keine objektiv gegebene Realität mehr ist, sondern eine Gemütsäußerung des „pilgernden Gottesvolkes“.

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