62.4 Ulrich Kutschera im Gender-Wahn

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Der Evolutionsbiologe Prof. Ulrich Kutschera äußert sich immer wieder kritisch zu Gender-Themen und zur Homo-Ehe, unter anderem bei kath.net. Matthias ist der Sache nachgegangen.

(Aufgenommen am 23.07.2017 mit Matthias, Christian und Nico.)

Der Podcast kann hier abonniert werden, der Beitrag kann hier heruntergeladen oder direkt angehört werden:

Für unsere Hardcore-Fans gibt es hier noch die ungeschnittene „Zeitvampir-Version“ des Segments:

Ein Live-Mitschnitt von Folge 62 ist unter http://mixlr.com/ketzerpodcast/showreel/ verfügbar. Oder hier.

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8 Antworten to “62.4 Ulrich Kutschera im Gender-Wahn”

  1. kereng Says:

    Auf Youtube ist kürzlich ein Kutschera-Vortrag vom 15.Mai in zwei Teilen erschienen, in dem auch das Wort Doppelmord vorkommt (obwohl Kutschera doch sonst auf genaue Definitionen pocht).

  2. user unknown Says:

    Hallo,

    Zuerst mal vielen Dank dass Ihr dieses heiße Eisen angefasst habt. Leider habe ich eine sehr lange Liste mit Stichworten, zu denen ich was schreiben will, gemacht, aber es ist so bedrückend viel …

    Also das nette und kleine vorweg.

    Ich finde Ihr habt das sehr gut gemacht. Sehr viele valide Argumente hervorgeholt und Euch auch ernsthaft mit Kutschera beschäftigt und seid nicht bei billiger, oberflächlicher Polemik kleben geblieben, obwohl Kutschera ja zu Spott und Häme erstens einlädt und zweitens durch seinen Stil die Qualitätslatte auch sehr niedrig gehängt hat, was – und hier setzt mein Twist ein, trallala – was insofern schade ist, da es an Genderstudies und dem Gendermainstreaming berechtigte Kritik zu üben wäre – nur leider hat sich Kutschera hier weitgehend selbst disqualifiziert, und zu großen Teilen, wie ich finde, ohne Not.

    Bevor ich mich einigen Punkten widme, erst mal die Kleinigkeit. In Minute 28 spricht Matthias davon, ein 13 Jahre alter Säugling sei totgeschüttelt worden. Ein 13 Tage alter, vermute ich. 🙂

    Aber zurück zu Kutschera.

    Ohne Not disqualifiziert hat sich Kutschera meines Erachtens damit, dass er so demagogisch argumentiert. Ein Thema, das niemand beachtet, da muss man vielleicht auf die Pauke hauen, damit es jemand wahrnimmt. In den Genderdebatten geht es aber früher oder später fast immer hoch her, da hätte er taktisch nur etwas Geduld haben müssen, dann wäre die Gegenseite trotzdem schrill geworden (behaupte ich völlig evidenzfrei). So ist er es, dem man anlasten musss, jede sachliche Debatte vereitelt zu haben.

    Das weckt auch in mir den Verdacht, dass er sich nicht neutral informiert hat, dass er sich nicht bemüht hat den politischen Gegner überhaupt zu verstehen. Dass ich nicht glaube, dass er mir seine Ergebnisse unvoreingenommen präsentiert.

    Mit einem sachlichen Tonfall hätte er sicher mehr wohlmeinendes Publikum gefunden, welches ihm dann geduldiger zugehört hätte und ihm in strittigen Fällen wohl auch etwas mehr Kredit eingeräumt hätte.

    Etwa bei so Äußerungen wie der, ob der Staat für ein Aufrechterhalten der Population zuständig ist oder nur für das Wohlergehen derselben oder wofür eigentlich.

    • Skydaddy Says:

      Irgendwo hat Kutschera erwähnt, dass ihm Religiöse immer wieder Material zur Genderthematik zukommen lassen. (Wenn ich mich recht erinnere.) Wenn der darüber den Einstieg gefunden hat, wundert mich natürlich nicht, wo er angekommen ist. Obwohl gerade jemand, der durch die Kreationismusdebatte geübt ist, eigentlich schlechte Argumente schnell erkennen sollte.

    • Skydaddy Says:

      Ich meine übrigens, das Kind sei 13 Monate alt gewesen. Ich weiß jetzt nicht, ob das dann technisch noch als Säugling gilt. ICH muss mich mit diesen Dingen ja zum Glück nicht auseinandersetzen.

      • user unknown Says:

        Streng dem Wortsinne entsprechend ist ein Säugling wohl jemand, der noch gesäugt wird. Säuglingsalter wäre das Alter, in dem man für gewöhnlich noch gesäugt wird. Ich schätze, wenn jetzt jemand neugierig genug wäre bei Wikipedia nachzuschauen, würde er feststellen, dass man mit 13 Monaten noch unter Säugling gezählt wird.
        Hey, ich wurde mal gesäugt, ich muss es wohl wissen!

        Mindestens 1,5, maximal 3 Jahre würde ich schätzen.

  3. user unknown Says:

    Terminologie: Sexualität

    Kutschera sagt, Sexualität sei in der Biologie so und so definiert, und die Politiker hätten keine Ahnung davon.

    Da begeht er einen kleinen Fehler. So richtig der erste Teil ist: Die Sprache gehört nicht den Biologen. Andere Gruppen pflegen andere Terminologien. Wenn andere Gruppe das Wort Sexualität anders verwenden, z.B. im Zusammenhang von Homosexualität sprechen, was Kutschera gleichgeschlechtliche Erotik oder so nennen würde, dann ist es zwar richtig, diese unterschiedlichen Bedeutungen auf dem Schirm zu haben, aber es ist nicht richtig einen Jargon als den verbindlichen anzunehmen.

    Kochbücher reden von Eiern, und meinen damit Hühnereier. Ein Buch über Krokodile würde wohl 2-3 mal Krokodilseier erwähnen, und dann diese auch zu Eiern abkürzen. Oliver Kahn meint, wir brauchen mehr Eier – da schreit Kutschera wohl auch nicht auf, dass Eier nur in Eierstöcken vorkommen.

    Das halte ich aber noch für einen verzeihlichen Tunnelblickfehler. Kann passieren.

    Biologismus:
    Mit Biologismus sollte bezeichnet werden eine sachlich nicht gerechtfertigte Aussage über Geschlechter, die deren Erscheinungsform, Verhalten oder Zweckbestimmung aus der Natur/Biologie ableitet.

    Ein Beispiel wäre: Männer sind intelligenter. Man hat die Hirne von soundsoviel zufälligen Männern und Frauen gewogen – die Männerhirne wogen im Schnitt 50g mehr (Zahl von mir ausgedacht) – also sind Männer klüger und sollten das alleinige Wahlrecht haben.

    Das war noch ein einfacher Fall. Müsste man konkret belegen oder widerlegen, in dem man das Gewicht des Gehirns mit dem IQ vergleicht, Korrelation, Standardabweichung, pi, pa, po. …

    Anderer Fall: Frauen sind von Natur aus für die Kinderaufzucht da und sollten daher nicht arbeiten.

    Ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt, dass Frauen immer auch gearbeitet haben, in verschiedensten Kulturen. Mütter nach der Geburt zu schonen und von anderen Arbeiten als der Kinderaufzucht freizustellen kann natürlich eine sinnvolle Sache sein. Wahrscheinlich ist es keine schlechte Idee, die Frauen, bzw. die Mütter das selbst bestimmen zu lassen. Wäre es eine so natürliche Sache, dann bräuchte man wohl kaum Gesetze und Regelungen. Atmen und Essen muss uns ja auch nicht vom Gesetz verordnet werden.

    Wären Männer und Frauen für das Betreuen von Kleinkindern gleich gut geeignet, dann wäre die Frage, wie es dazu kommen konnte, dass sich einseitige Rollenklischees entwickelt haben. Ist es sinnvoll anzunehmen, dass die Männer Frauen unterdrücken, um sich selbst von ihrer natürlicherseits gleichentwickelten Väterlichkeit abzuschneiden? Das ist eine widersinnige Annahme.

    Sagen wir eine Biologin, internationale Spitzenforscherin, bekommt ein Kind. Soll die 2 oder 3 Jahre zu Hause bleiben müssen, nur weil sie besser mit Kindern zurechtkommt als ihr Mann? Wenn sie nach einem halben Jahr wieder voll ins Berufsleben zurückkehrt, und die Arbeit an eine Angestellte oder ihren Mann delegiert – wieso nicht? Wenn mir die Natur eine schöne Stimme verliehen hat muss ich nicht Radiomoderator werden oder Opernsänger.

    Die Biologie hat uns mit einer Vorliebe für salziges, süßes und fettiges ausgestattet ( Marzipaneis ). Dennoch zwängen wir unseren Kindern Spinat, Broccoli und dicke Bohnen rein. 🙂 Wir sind nicht die Sklaven der Biologie. Vor allem sind wir nicht verpflichtet uns so zu verhalten, wie der Mittelwert unserer Geschlechtsgenossen. Schon biologisch gibt es breite Streuungen, aber je nach Attribut größere und kleinere Streuungen und Mittelwerte die enger beeinander liegen oder weiter auseinnander.

    Biologismus ist es, aus empirischen Befunden der Biologie Regeln für das Seinsollen abzuleiten.

    Umgekehrt wurde aber der Vorwurf des Biologismus so inflationär verwendet, dass er oft zur hohlen Phrase degeniert ist, und unterschiedslos damit jedes Argument niedergebrüllt wird. Etwa in der Debatte über das Gender-Pay-Gap. Wer da die Ursache in biologischen Determinanten zu suchen sich auch nur anschickt wird verteufelt als jemand, der Geschlechterstereotype perpetuiert.

    Mir ist vielleicht bislang entgangen, dass Google eine Firma von abseitigen Extremfeministinnen ist. Richtig ist, dass es kaum als Extremfeministinnen engagierte Frauen gibt. Die extremen Positionen haben aber einen enormen Einfluss auf die Diskussionen, die geführt werden und auf die Entschlüsse, die gefasst werden.

    Kleiner Exkurs am Rande, ad-hoc-Erklärungsversuch: Die radikalsten Feministinnen beschäftigen sich am längsten mit den Themen, kennen mehr Argumente und Gegenargumente als andere, und sind daher rhetorisch fast allen anderen Diskussionsteilnehmern überlegen. Sie setzen sich so auch in größeren Gruppen durch.

    Interessant in diesem Zusammenhang wäre mal eine Runde Introspektion und Selbstreflexion. Als – nun – ich will nicht sagen Vollzeitatheisten, aber so in die Richtung, sind wir selbst vielleicht in einer ähnlichen Position.

    Zurück zum Thema. 🙂

    Ich glaube Niko brachte den Einwand, dass es Gendertheoretiker gibt, die Wissenschaft per se ablehnen, die Newton hassen und die Festkörperphysik als männlich und böse betrachten. Das wurde so ein wenig verlegen belächelt.

    Das ist aber in der Genderszene nicht selten und schlägt durch bis auf die Aktivistenebene. Das mag jetzt paranoid klingen, aber diese Wissenschaftsfeindlichkeit findet sich überall, paradoxerweise als Wissenschaft zum Teil verpackt.

    Und diese Gruppen wollen auch nicht in einen freien Meinungsaustausch eintreten, wo wir sie dann mit besseren Argumenten schlagen können, sondern die lehnen bessere Argumente als inhärent männliches Unterdrückungsinstrument ab. Die befürworten es mit allen Mitteln gegnerische Meinungen zu torpedieren. Gewalt nicht ausgeschlossen. Denunziation, Lüge, Mobbing – anything goes.

    Da sind, wie in Sekten, nette, sympathische Leute dabei. Die auch außerhalb ihres Glaubenssystem zu logischem Denken fähig und willens sind und da, wo es ihnen entgegenkommt, das Spiel des besseren Arguments mitspielen.

    Ich glaube, dass man sich gegen diese nur erwehren kann, in dem man geduldig, beharrlich an demokratischen, rechtsstaatlichen und vernunftgeleiteten Prinzipien festhält.

    Leider sehe ich auf der Seiten der Linken noch zu wenige Bemühungen in diese Richtung aber einiges auf der rechten Seite des politischen Spektrums. Jenseits des Atlantiks sieht die Lage ähnlich, aber auch wieder anders aus. Auch dort eine traditionelle Allianz von Linken und Genderaktivisten hier und Rechten mit Antifeministen dort. Uns vielleicht ein paar Jahre vorraus, einerseits, andererseits auch mit historisch gewachsenen Unterschieden. So gibt es hierzulande eigentlich keine traditionelle, schwarze Bürgerrechtsbewegung wie in den USA. Das Mehrheitswahlrecht in den USA hat eine andere politische Frontstellung hervorgebracht.

    Es gibt dort aber eine liberale Strömung, die ich hierzulande so nicht kenne, mit weltoffenen und marktliberalen Ideologien, die sich mit der FDP kaum vergleichen lässt. Dave Rubin, Sam Harris würde ich da einordnen.

    So lange es nicht um Religion geht kann ich auch Jordan Peterson empfehlen, dem man vielleicht manches vorwerfen kann, aber sicher nicht, dass er keine Ahnung von der Realität, wie sie sich Frauen darstellt, hat, oder dass er Tendenzen zeigt, Frauen unterdrücken zu wollen, sich über Frauen lustig zu machen oder frauenfeindlich zu sein.

    Dass viele Frauengruppen einen seltsamen Ausdruck haben, also die ganze Art, wie sie nach außen auftreten, Sprache, Themen, Aktionsformen usw. würde ich auch darauf zurückführen, dass sich ihnen bislang vor allem ein Typus des dumpfen Chauvis sich entgegengestellt hat. An einem ständigen Gegner schärft sich ja das eigene Profil, und wenn der Gegner immer dumpf und gestrig ist, dann kann sich die Gruppe auch schlecht weiterentwickeln, denn an Gegnern wächst man.

    Weswegen wir uns auch nicht zu viel mit dumpfen Religioten befassen dürfen, sonst sacken wir ab, geistig, moralisch, in jeder Hinsicht.

    Ich denke, wer Frauen ernst nimmt, der muss den Frauen eine Reibefläche bieten, nicht wohlmeinende Ignoranz, wegduckenden Opportunismus und Großzügigkeit aus Schuldbewusstsein gespeist.

    Und ich habe da keine Skrupel mich bei Peterson zu bedienen. Bei Kutschera aber schon, um zum Thema zurückzukommen. Bei Kutschera finde ich eigentlich wenig neues. Da ist sehr viel mehr, wovon ich mich abgrenzen muss, als dass ich es in meinen Werkzeugkoffer packen könnte.

    Money ist aber eine wichtige Wegmarke. Dazu im nächsten Post.

  4. Apfelgriebs Says:

    Danke für die Folge! Von Kutschera habe ich schon häufig gehört, mich aber bisher nie näher mit ihm beschäftigt.

    Ich denke aber weiterhin, dass es legitime Kritik an Gender Mainstreaming gibt, und dass diese ohne Rückgriff auf Kutschera auskommt.

    Noch ein Gedanke zum genannten Beispiel aus dem Alltag, laut dem Frauen Benachteiligung durch ihre Teilzeit-Anstellung erfahren:
    Korrekt ist, dass deutlich mehr Frauen als Männer in Teilzeit arbeiten. Genauer tun es mehr als die Hälfte (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/teilzeit-58-prozent-der-frauen-arbeiten-nicht-vollzeit-a-1019311.html). Der Männer-Anteil der Teilzeitarbeit ist deutlich geringer.

    Ich bewerte die Möglichkeit, einer Teilzeit-Arbeit nachgehen zu können, aber nicht als Benachteiligung, sondern als Luxus!
    Wer Vollzeit arbeitet (und das sind zu einem viel größeren Anteil eben Männer), tut dies nicht nicht, weil 40+ Stunden pro Woche eine tolle Work-Life-Balance bieten würde.
    Sondern weil diese Menschen eben sich und häufig ihre Familien mit ihrem Einkommen versorgen.

    Einkommen erhöht außerdem den Status, der für Männer wichtiger als für Frauen ist. Warum ist das so?
    Weil Frauen statistisch seltener Partner mit niedrigerem Einkommen akzeptieren als umgekehrt (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/heiratsmarkt-hoehergebildete-frauen-und-maenner-heiraten-untereinander-a-1016268.html).

    Hier begrüße ich Gender Mainstreaming allerdings wirklich – das Aufbrechen der Rollenklischees in beide Richtungen. Vielleicht kommt das irgendwann wirklich.

  5. kereng Says:

    Ich glaube, ich habe den Text gefunden, von dem sich Kutschera angegriffen fühlt, weil sein Wissen dort als „vermeintlich“ tituliert wird: „vermeintliche Geschlechtsunterschiede des Menschen hinsichtlich Gehirn, Intelligenz, kognitiver und körperlicher Eigenschaften und Geschlechtshormone“.

    Dort finden wir auch „das heldenhafte Spermium, das alle widrigen Umstände überwindet und, seine Konkurrenten ausstechend, eine Eizelle wachküsst“.

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