Karlheinz Deschners „Die Politik der Päpste“ (Teil 1)

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Auf der Grundlage von Karlheinz Deschners „Die Politik der Päpste“ hat die GBS Stuttgart hat einen sehr interessanten Beitrag produziert:

Katholizismus und Faschismus im 20. Jahrhundert
Deschner beschreibt im seinem Buch „Politik der Päpste im 20.Jh.“ die katholische Kirche nicht als Glaubensgemeinschaft, sondern als weltumspannendes Imperium, das in erster Linie Macht- und Besitzinteressen verfolgt. Er belegt dies mit einer schier unglaublichen Menge an empirischem Material.

Wem übrigens Karlheinz Deschner zu kirchenfeindlich erscheint, dem sei Reinhard Kardinal Marx ans Herz gelegt. Er schreibt in seinem neuen Buch „Kirche überlebt“ im Kapitel „Kirche und Gesellschaft“:

Denn zunächst war ja ausgemacht, dass besonders die katholische Kirche all dem entgegenstand, was den Schub hin zur modernen, offenen, freien Gesellschaft ausgelöst hat: das Pathos der Subjektivität, die Aufklärung, die modernen Emanzipationsbewegungen, die Menschenrechte, die Volkssouveränität usw. Die lehramtlichen Äußerungen im Blick auf die Modernisierungsprozesse waren am Anfang durchweg negativ und ablehnend, sodass eine wirkliche Kommunikation und theologische Verarbeitung kaum in Angriff genommen oder sehr frühzeitig unterbunden wurde. […] Die Zeit nach der Reformation, den Konfessionskriegen, einer wachsenden antiklerikalen Aufldärung wurde von vielen Verantwortlichen in der Kirche als eine Zeit des Niedergangs vom wahren Ideal angesehen. […] Die Kirche verstand sich als eine feste Burg, die umtost ist von bösen Mächten. So wurde im sogenannten »Syllabus errorum«, dem »Verzeichnis der Irrtümer« von Papst Pius IX. 1864 auch die folgende These als falsch verurteilt:

Der Römische Bischof kann und soll sich mit dem Fortschritt, dem Liberalismus und mit der modernen Kultur versöhnen und anfreunden. (DH 2980)

Es wurde also höchstoberhirtlich festgeschrieben, dass es keine Versöhnung, kein Miteinander zwischen Fortschritt, moderner Gesellschaft, Liberalismus und der katholischen Kirche geben kann. Auch die dogmatische Konstitution des Ersten Vatikanischen Konzils über die Kirche, Pastor Aeternus (1870), stellt fest, dass »sich die Pforten der Unterwelt von Tag zu Tag mit größerem Hass und von überall her gegen das von Gott gelegte Fundament erheben, um die Kirche – wenn möglich – bis auf den Grund zu zerstören«. Dass dies natürlich auch eine Reaktion war auf einen Staat, auf eine Gesellschaft, die in der Kirche ein Relikt aus dem Mittelalter und ein Hindernis zur weiteren Entwicklung der Nationalstaaten und der Freiheit sahen, muss hinzugefügt werden. Erst das Zweite Vatikanische Konzil hat hier einen anderen Ton gefunden […]

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