S.48.2 Ein Wissenschaftler spricht über seinen Glauben: Prof. Andreas Beyer

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Prof. Andreas Beyer von der AG EvoBio ist Molekularbiologe, Humanist und Christ. Mit den Ketzern spricht er über seinen Glauben.

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4 Antworten to “S.48.2 Ein Wissenschaftler spricht über seinen Glauben: Prof. Andreas Beyer”

  1. Ria74 Says:

    Erstmal einen riesigen Dank an Herrn Prof. Beyer für seine offenen Worte zu seinem Glauben. In dem Podcast merkt man wie schnell es trotz einer insgesamt positiven und wertschätzenden Grundstimmung an einen Punkt kommt an dem eine solche Diskussion offenbar verletzend oder zumindest übergriffig empfunden wird. Der persönliche Glaube ist wahrscheinlich eine Überzeugung über die sich ab einem gewissen Punkt nicht mehr auf einer Sachebene diskutieren lässt. Prof. Beyer sagt das in meiner Erinnerung auch an einem Punkt sinngemäß, dass die Existenz Gottes für ihn ein Gefühl ist welchem er folgen möchte. Sehr sympathisch finde ich an einer anderen Stelle, das er daraus keine allgemeingültigen gesellschaftlichen Regeln ableiten möchte. Für ihn haben die Texte der Bibel durch Interpretation einen Wert im Hier und Jetzt. Eine Position die ich für völlig in Ordnung halte so lange man daraus keinen gesamtgesellschaftlichen Anspruch ableitet.
    In einer Gesellschaft welche auf Basis der Menschenrechte und einer weltlichen und rational nachvollziehbaren Gesetzgebung geschaffen wird kann sich ein persönlicher Glaube zumindest im Rahmen dieser Schranken frei entfalten.
    Hätten wir eine solche Gesellschaft würde ich mich mit diesen Themen keine Sekunde länger beschäftigen… Die Realität sieht leider anders aus. Religionsgemeinschaften sind tief in unsere gesetzgebenden Strukturen verwoben. Sie nehmen als Institutionen Einfluss auf die Gesetzgebung und unsere Medien. Sie drängen sich in die frühsten Lebensbereiche unserer Kinder und versuchen uns selbst bei unserem letzten Atemzug noch vorzuschreiben wie unser Leben zu beenden ist.
    Selbstverständlich ist daraus für Herrn Prof. Beyer kein persönlicher Vorwurf abzuleiten zumal an keiner Stelle für mich deutlich wurde ob er überhaupt Mitglied einer solchen Gemeinschaft ist. Erst diese „religionspolitischen Gemeinschaften“ machen aus einem individuellen Weltbild eine Ideologie die ich in ihrem gesamtgesellschaftlichen Anspruch ablehne.

    Am Ende bleibt für mich zurück was eigentlich immer zurück bleibt in der Diskussion mit gläubigen Menschen. Die Frage nach dem Warum… Wenn doch für jede Fragestellung bislang immer früher oder später eine naturalistische Antwort gefunden werden konnte.
    Es liegt in der Natur der Sache das Antworten auf all diese Fragen mit zunehmendem Wissen immer komplexer werden. Und dennoch gibt es für mich nicht den geringsten Hinweis darauf, dass ich einen Gott als Teil der Lösungen in eine Gleichung mit einbeziehen müsste. Die Gotteshypothese wiederspricht für mich dem Sparsamkeitsprinzip innerhalb der Wissenschaft.

    Eine andere Meinung dazu kann ich gut stehen lassen und empfinde sie als Bereicherung meines eigenen Erfahrungshorizontes wenngleich ich wie oben beschrieben zu einem anderen Ergebnis komme.

    Gruß an alle Ketzer und Herrn Prof. Beyer

    Daria

  2. Skydaddy Says:

    Hallo Daria, vielen Dank für Deinen tollen Kommentar. Wir werden morgen, am 8. August 2021, noch mal einzelne Argumente aus dem Interview besprechen.

  3. user unknown Says:

    Nicht sehr ergiebig, das Gespräch.

    Ein Christ und Wissenschaftler, der die Bibel als Nebensächlichkeit, die man beliebig interpretieren kann, und zwar opportunistisch, weil es in die Zeit passt, eben humanistisch,

    Dann aber sagt er, er glaube dass Gott der Schöpfer der Welt ist. Wo hat er das denn her, wenn nicht aus der Bibel – direkt oder indirekt?

    Ja, richtig, er muss sich nicht rechtfertigen sondern kann alles für sich behalten – nur dass eine Rechtfertigung ja das einzig mögliche Interessante gewesen wäre.

    Seine Rhetorik bestand zum Großteil darin, Euch der Ähnlichkeit mit Fundis zu zeihen, weil Ihr ihn auf die Bibel festnageln wolltet. Aber was ist christentumsspezifisch, wenn man die Bibel zur Dekoration erklärt? Was bleibt sonst? Der Kult?

    Im kath. Gottesdienst werden zwei Kapitel aus der Bibel, passend zum Kirchenjahr, verlesen. Die Predigt bezieht sich i.d.R. auf diese Stories. Mit Wandlung und Hostienspeisung wird eine Story szenisch nachgestellt. Die Gestaltung des Gotteshauses ist i.d.R. auch von biblischen Geschichten geprägt. Der Zusammenhang Kreuz-Bibel oder Altar-Bibel muss auch niemandem erklärt werden. Das häufigste Gebet, das Vater-unser, stammt quasi wörtlich aus der Bibel und das zweithäufigste, das Ave-Maria, geht auch auf die Bibel zurück.

    Wenn man die Bibel nach Belieben interpretieren darf, dann könnte er seinen Glauben auch entlang der Werke Shakespears, Ovids, Buddhas oder Mohammeds begründen.

    Jesus sei der Mittler zwischen Gott und dem Menschen, das schien noch ein Punkt, der ihm wichtig ist, und den er offenzulegen bereit war.
    Wieso ist das wichtig? Damit uns Jesus den Weg ins ewige Leben weist? Gibt es Himmel und Hölle, ein jüngstes Gericht? Wo hat er das denn her?

    Ich würde sagen ein typischer Christ, der sich noch nicht ernsthaft selbst gegenüber Rechenschaft abgelegt hat, was er da glaubt und wieso. Das ist eine Parallelwelt, in die man sich einklinkt und wieder ausklinkt. Er schaut wohlwollend aus seinem Christentum auf die Wissenschaft und ebenso wohlwollend, also unkritisch, zurück.

    Er kann sich nicht vor sich selbst rechtzufertigen und fühlt sich deswegen von harmlosen Atheistenfragen verfolgt. Offenbar setzt es ihm schon zu, dass er sein sonstiges Denken nicht mit der Religion vereinbaren kann, also reagiert er überempfindlich.

  4. Cosinus Says:

    Ketzer ihr eigentlich noch live und wenn ja wann?

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