93.5 Verschwörungsbeauftragter: Die Platonisten sind an allem schuld!

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Michael Blume stellt in seinem neuen Buch die These zur Debatte, der Platonismus habe den Boden für unzählige Verschwörungsmythen bereitet. Als Beispiel führt er Martin Heidegger an. Die Ketzer halten Blumes These nicht für überzeugend. Heideggers Assistent, den Christian kontaktiert hat, spricht sogar vom “Unsinn von Michael Blume”. 

Hier die ZIP-Datei mit den Texten von Prof. Friedrich-Wilhelm vom Herrmann zum „Unsinn von Michael Blume“.

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Ein Live-Mitschnitt der kompletten Folge 93 ist hier verfügbar.

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5 Antworten to “93.5 Verschwörungsbeauftragter: Die Platonisten sind an allem schuld!”

  1. user unknown Says:

    Man könnte bei so vielem einhaken, aber dazu fehlt mir die Zeit. Ich war ja schon überrascht, als Blume Antisemitismusbeauftragter wurde aber mich fragt ja keiner. Ich will aber auch nicht kleinlich an ihm rummäkeln. Ich kenne niemanden in BaWü, den ich als besser geeignet vorschlagen könnte, aber v.a. weil ich kaum wen in BaWü. kenne. 🙂

    Das ewige Thema Verschwörungstheorien liegt mir aber doch ein Stück am Herzen – wir Ketzer haben damit ja immer wieder zu tun.

    An dem Begriff kann man ewig herum diskutieren, es ist aber nicht ergiebig. Die Wissenschaft hat einen Begriff davon und da ist eine Theorie wie etwa die Evolutionstheorie eine Erklärung, die ein Netz von Einzelerklärungen aufstellt und im Erfolgsfall vielen Versuchen der Widerlegung widerstanden hat, etwa die Relativitätstheorie, die Gravitationstheorie aber auch die Äthertheorie, die vom Tisch ist.

    Daneben gibt es auch den Alltagssprachgebrauch. Man hat eine Theorie wieso Onkel Peter nicht zur Silberhochzeit von Susi und Bert gekommen ist. Und man sagt „Theoretisch müsste der Bus in 3 Minuten kommen.“ Man stellt damit einerseits fest, dass der Bus planmäßig gleich kommen sollte, sät aber aus allgemeiner Lebenserfahrung oder spezifischer mit genau dieser Buslinie Zweifel, ob dem Plan entsprochen werden kann. „Jetzt setze ich hier ein Semikolon und dann sollte es theoretisch kompilieren“. Es kann auch ausdrücken, dass man eine Prognose hat, der man aber nicht vollständig vertraut – man könnte etwas übersehen haben. Im Gegensatz zum Beispiel mit dem Bus glaubt man aber vielleicht eher an einen positiven Ausgang.

    Es gibt aber in der Sprache keine Vorfahrt für den wissenschaftlichen Sprachgebrauch. Wenn der Kontext nicht den wissenschaftlichen Sprachgebrauch nahelegt muss immer von der schwächeren Alltagssprache ausgegangen werden, ähnlich wie ein „Das ist doch Betrug!“ oft geäußert wird, ohne das wirklich der entsprechende Strafrechtsparagraph verletzt wurde.

    Der Begriff „Verschwörungstheorie“ (i.f. VT) ist etabliert und den bekommt man nicht mehr weg. Verschwörungsglaube ist auch nicht besser. Der Glaube ist auch so ein doppeldeutiger Begriff, bei dem sich die Bedeutungen überlappen und es damit leicht machen, von der einen zur anderen zu wechseln – einmal „Ich glaube der Bus kommt doch pünktlich“, was eine Aussage über eine empathielose Erwartung sein kann, vs. „Ich glaube an unsere Mannschaft“, die mehr Wunsch, Treue und emotionale Verbindung ausdrückt.

    Verschwörungsglaube ist keines Falls immer der bessere Begriff. Kurz nach 9/11 hatte ich auch den ein oder anderen Zweifel und habe die kursierenden VT oder besser die Zweifel und Argumente, die erst zu VT ausgebaut wurden, gelesen. Ein VG hätte mich nicht interessiert. Mich interessierte eine Erklärung, die mit meinem sonstigen Weltwissen in Übereinklang zu bringen war. Und mein Eindruck war, dass die VT vor allem durch einen Mangel an Weltwissen zustande kommt.
    Viele glaubten zum Beispiel, die USA müssten doch alle Flugzeuge ständig auf dem Radar haben, um sowas kommen zu sehen, um dann das Flugzeug abzuschießen.
    Jetzt kann man fragen, wo diese Überzeugung herkam und ich meine, die gab es vor 9/11 nicht, weil es keinen Anlass gab darüber nachzudenken. Sie wurde erst spontan gebildet. Womöglich aus dem Alltagsgefühl der Sicherheit heraus, von dem man sich nicht eingestehen will, dass es trügerisch ist, dass auch Unfälle ständig als Drohung präsent sind, wir die aber verdrängen müssen.

    Aber ich wollte ja über den Begriff reden.

    Wer einer VT frisch und unvoreingenommen begegnet und sich damit auseinandersetzt, für den ist es m.E. eine VT, kein VG. Es kann aber zu einem Glauben werden.

    • Alekto Says:

      Ich finde, es ist eine dämliche Idee, den Begriff „Verschwörungstheorie“ durch Begriffe wie „Verschwörungsglaube“ oder „Verschwörungsmythen“ zu ersetzen. Es verengt den Blick auf solche Verschwörungsideen, die von einer sonderbaren Minderheit vertreten werden – von mir aus auch von gebildeten Leuten wie Heidegger, solange diese nur ihren psychischen Haushalt nicht recht in Ordnung halten (Stichwort: dualismusbedingte Abspaltung des eigenen Bösen), also Dinge wie etwa, das Weltjudentum plane im Verein mit dem Dalai Lama eine faschistische Weltherrschaft zu errichten. Aber es gibt ja z.B. auch Szenarien, in denen es auch für kühl und rational denkende Menschen schwer wird, die Grenze zwischen realen, wirklichkeitsbezogenen Ängsten und Paranoia zu ziehen, z.B. Kommunistenangst in den Hochzeiten des Kalten Krieges. Oder wie sieht es genau aus mit der Verwicklung der US-Regierung und der CIA in diverse antikommunistische Aktivitäten außerhalb der USA, z.B. Guerillakämpfe oder Militärputsche? – Oder ein anderes Beispiel: Ja, ich halte den Klimawandel für ein reales Geschehen und stütze meine Ansicht auf die Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung. Aber vielleicht werden sich in 50 Jahren die Klimaverhältnisse auf der Erde wider Erwarten und trotz Donald Trump und seiner Nachfolger doch wieder normalisiert haben. Dann wird sich die Angst vor dem Klimawandel als der größte Verschwörungs“glaube“ des 21. Jahrhunderts erweisen und Greta Thunberg als verblendete Panikmacherin. Das wäre dann ein Verschörungsglaube, in den viel Theorie geflossen ist. Vermutlich findet man in der Geschichte häufiger kollektive Ängste, die nach den wissenschaftlichen Maßstäben der Zeit gut fundiert waren, sich aber schließlich dennoch als Unsinn entpuppt haben.

  2. Cosinus Says:

    Ich hätte noch eine Frage zu Herrn Blume selbst. Betreibt er eigentlich wissenschaftliche Forschung?

  3. bun0815 Says:

    Das die Erkenntnistheorie bei Blumes Werk fehlt, hat vielleicht seinen Grund. Er hat mal was zu „seiner“ Erkenntnistheorie beim Spektrum geschrieben. https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-empirische-beweislast-der-antitheisten/

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