92.2 Frauen im Atheismus

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Die Ketzer*innen versuchen, über das Thema “Frauen im Atheismus” zu sprechen …

Aufgenommen am 16.08.2020 mit Matthias, Nico, Jan und Ramona.

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Ein Live-Mitschnitt der kompletten Folge 92 ist hier verfügbar.

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5 Antworten to “92.2 Frauen im Atheismus”

  1. kereng Says:

    Mir fehlten in dieser Gesprächsrunde die Definitionen von Atheist, Agnostiker und Gott. Ok, bezüglich Atheist wurde gesagt, es müsse nicht einer sein, der sicher ist, dass es keinen Gott gibt, es könne auch jemand sein, der sein Leben nicht auf Gott ausrichtet.

    Aber muss Gott immer der Gott des Alten Testaments sein? Unter Philosophen kann Gott auch das sein, was dem Menschen am wichtigsten ist, etwa die offenen Fragen. In einer Talkshow mit dem Philosophen Peter Sloterdijk und dem Theologen Friedrich Wilhelm Graf war man sich einig, dass ein Gott, der „nur“ in den Herzen der Menschen lebt, völlig in Ordnung ist.

    Deswegen ist das Agnostiker-Bashing unangebracht. Ein Agnostiker wie Michael Schmidt-Salomon ist sich nicht unsicher, ob es den Gott des Alten Testaments gibt. Er weiß, dass Gott nicht definiert ist, und man folglich keine Wahrscheinlichkeit für seine Existenz angeben kann. Man kann Atheist und Agnostiker gleichzeitig sein.

    Meine persönliche Meinung ist allerdings, dass 95 Prozent der Menschen Gott für einen versteckten Zauberer halten, und die modernen Theologen und Philosophen in einem Elfenbeinturm leben,

  2. ZIggy Says:

    Ich bin eine Atheistin und sage das auch laut und deutlich. Bitte nicht so verallgemeinern!! Mal diskutiere ich, mal nicht. Dass ich bibelfester bin als wischi-waschi Christen, weiß ich schon lange.
    Und das ist auch das Frustrierende, je weniger Ahnung sie von ihrer eigene Religion haben, desto stärker verteidigen sie sie. Liebe Ramona, es gibt auch andere Arten, athistisch zu leben, nicht nur so, wie du das tust. Also, bitte nicht so verallgemeinern.

  3. ZIggy Says:

    Jetzt muss ich noch einen Nachschieben…liebe Ramona, warum beharrst du so darauf Atheist zu sein und nicht AtheistIN?? Du beschwerst dich darüber, dass atheistische Frauen nicht sichtbar sind, und nutzt aber selbst nicht die weibliche Form. Ich sage klar, ich bin Altfeministin und habe mit Genderahnsinn von heute nichts am Hut, aber Atheistinnen sollte man und frau auch so bezeichnen. ich finde es befremdlich, dass du die weibliche Form so vehement vermeidest.
    Die „fügsame“ Frau steckt immer noch sehr drin, ja, da stimme ich zu. Nur ist es halt immer noch hauptsächlich die Frau, die die Familienarbeit macht, und die hat dann keine Zeit für philosophische Betrachtungen hat und sicher keinen Nerv mehr für irgendwelche Streitgespräche.
    Das ist doch das wahre Problem.
    Den Kampf, den jede Frau für sich kämpft, den kämpst du halt als kinderlose leichter als eine die mit drei kleinen Kindern den Haushalt schmeißt.
    Familienarbeit wird in den wenigsten Fällen gerecht geteilt.

  4. Sonja Says:

    Habe die Sonja erwähnt, die mal bei Euch mitgemacht hat. Um für andere Zuhörer/Kommentarleser Verwirrungen zu vermeiden: Heiße rein zufällig auch Sonja.
    Aber bin natürlich nicht die Sonja, die mal bei Euch dabei war…
    Und habe im Gegensatz zu der anderen Sonja auch nie Philosophie studiert… Ich „hobbyphilosophiere“ blos… 😉

  5. Sonja Says:

    Liebe Ramona! Liebe Alt-Ketzer! 😉

    Wie schön, dass Du jetzt bei den Ketzern mitmachst! Hoffentlich bleibst Du länger, als die Sonja damals. 😉
    Du bringst jedenfalls frischen Wind in die Truppe!

    An Euch Jungs: Ich hoffe, dass die neue weibliche Anwesenheit Euch nicht davon abhält dann und wann in gewohnter Niveaulos-Manier ein paar derbe Witze zu reißen. 😛

    Ich selbst bin, wie am Namen schon zu erraten, eine weibliche Zuhörerin des Ketzer-Podcast.
    Habe den Ketzer-Podcast vor ca. zwei Jahren durch den benachbarten MGEN-Podcast kennen gelernt und habe mich mittlerweile aus Ketzer-Podcast-Sucht-Gründen quer durchs Archiv gehört (und natürlich IMMER die kompletten Werkstatt-Folgen…)

    Ich habe mich durch dein Statement über die weiblichen Atheist/Agnostikerinnen positiv provoziert gefühlt.
    Ich fühle mich aufgefordert mich selbst zu verteidigen und ein Plädoyer für Agnostiker zu halten.

    Ich selbst bezeichne mich als agnostische Atheistin.

    Soll heißen?

    1. „Atheist“ als negativ behafteter Begriff:
    Ich habe überhaupt keine negativen Assoziationen zu dem Begriff „Atheist“. Mir war lebenslänglich noch nicht mal bewusst, dass der Begriff für so viele Menschen negativ behaftet zu sein scheint. Erst durch das Hören Eures Podcastes habe ich erfahren, dass „Atheist“ scheinbar für manchen Zeitgenossen son beleidigender Kampfbegriff ist.
    Aha.

    2. Atheistische Lebensführung:
    Dass Ihr den Aspekt einer atheistischen Lebensweise aufgreift, finde ich sehr gut. Dies ist auch Teil meiner persönlichen Auffassung.
    Ich würde das ganze noch erweitern um den Aspekt, dass ich mich keiner religiösen Denkschule anpasse/unterwerfe/whatever.

    3. Diskussionen aus dem Weg gehen:
    Als agnostische Atheistin gehe ich kontroversen Diskussionen nicht prinzipiell aus dem Weg.
    Im Grunde liebe ich den kontroversen, spannenden und beidseits bereichernden Gedankenaustausch, solange er friedlich bleibt.
    In dem Moment, wo ich feststelle, dass mein Gegenüber gar kein Interesse an einem solchen Austausch hat und gar nicht offen dafür ist, habe ich tatsächlich kein Bock mehr.
    Denn sowas ist nur Energieverschwendung und am Ende ärger ich mich noch selbst über die Engstirnigkeit meines Gegenüber.
    Es geht ja nicht darum, dass mein Gegenüber unbedingt am Ende überzeugt sein soll von meiner Weltsicht, aber wenigstens ehrlich Zuhören und sich mit meinen Argumenten beschäftigen sollte er. Wenn nicht mal das möglich ist, breche ich solche Konversationen ab und/oder gehe sie in Zukunft mit der entsprechenden Person nicht mehr ein.

    4. Agnostizismus
    Eine agnostische Haltung einzunehmen bedeutet für mich in keinster Weise zu Zweifeln, ob es nicht vielleicht doch einen christlichen/jüdischen/muslimischen/hinduistischen/altgriechischen/sonstwas Gott gibt.
    Glaubenskram aus religiösen Denkschulen halte ich grundsätzlich für Mumpiz.
    Aber dennoch will ich nicht ausschließen, dass es nicht möglicherweise doch irgendeine göttliche Kraft gibt, die im Universum wirken könnte. Ich glaube da nicht dran. Aber ich halte es für möglich.
    Und für den Fall, dass Wissenschaftler irgendwann mal „Gott“ oder eine „göttliche Kraft“ entdecken sollten, würden sie das, was sie entdecken täten, vermutlich niemals „Gott“ oder „göttliche Kraft“ nennen. Und mit Sicherheit würde dieses „Gott-Wesen“ auch niemals wollen, dass wir fünf mal am Tag beten, sonntags in die Kirche gehn, fasten, uns verschleiern, religiös heiraten, irgendwelche Sachen opfern, bestimmte Feste feiern oder zehn Hampelmänner am Tag machen.
    Sofern so ein göttliches Wesen/Kraft/WhatEver existieren sollte, wäre ihm vermutlich ziemlich egal, was wir hier so treiben oder nicht treiben.
    Über diesen lustigen Unfug könnte ich jetzt noch ne Weile weiter philosophieren.

    Aber zurück zum Punkt: Da ich mir diese philosophische Gedanken-Offenheit bewahre und solche Gedanken-Spielchen liebe, bezeichne ich mich als agnostische Atheistin.
    Denn durch den atheistischen Begriff allein fühle ich mich in meiner Gedanken-Vielfalt zu eingeschränkt.
    Ich hätte auch beim Kommunizieren mit Anderen Probleme den rein atheistischen Standpunkt zu vertreten, da ich mir so manches beglückend spannende Gedanken-Spielchen im Dialog mit einem Anderen Verbauen würde.
    Ich möchte schließlich auch im Gespräch authentisch bleiben.

    Manch anderer Atheist braucht diesen Zusatzbegriff vielleicht nicht, um authentisch zu bleiben. Ich schon.
    Manch anderer Atheist kann sich auf philosophische Gedanken-Spiele auch einlassen, ohne diesen Zusatzbegriff. Ich nicht.
    Was ist so schlimm daran?
    So, wie Ihr Euch durch das als Kampfbegriff missbrauchete Wort „Atheist“ falsch dargestellt/verstanden fühlt, so fühle ich mich von Euch als Agnostikerin falsch verstanden.

    5. Agnostische und atheistische Frauen
    Liebe Ramona,
    Deinen Eindruck, dass atheistische Frauen sich nicht trauen, sich selbst als Atheistin zu bezeichnen teile ich nicht.
    Schade, dass Du scheinbar keine oder kaum Frauen kennst, die sich offen als Atheistin bezeichnen.

    Ich kenne ein paar Frauen, die sich offen als Atheistin outen, sofern dies im Kontext irgendwie von Relevanz ist.
    Ich kenne aber auch atheistische Frauen, die sich zwar offen als solche outen, sich aber dennoch in keinster Weise für die atheistische Lebens- und Gedankenwelt einsetzen.
    Ebenso kenne ich auch agnostische Frauen, die aber dennoch gerne diskutieren, sich austauschen und Gläubigen versuchen klar zu machen, dass man für Ethik und Moral keine Religion braucht.

    Ich denke aufgrund meiner Erfahrungen und Bekanntschaften, dass auch die atheistisch/agnostische Frauenwelt sehr viel individueller und differenzierter ist, als es Dein Eindruck ist.

    6. Warum bashen Atheisten die Agnostiker?
    Zu behaupten, dass Agnostiker der atheistischen Sache schaden, finde ich echt schade. Das stimmt mich ärgerlich/traurig.
    Was für ein Blödsinn.
    Als wenn Agnostiker sagen würden: „Ihr Atheisten solltet Euch nicht zu sicher sein, ob es da nicht doch was gibt!“
    Als wenn Agnostiker irgendein Problem mit Atheisten hätten oder sich für was besseres halten würden.
    Son Quatsch!
    Vielleicht gibt es einzelne Agnostiker, die so ticken, aber daraus zu schließen, dass agnostische Lebenswelten grundsätzlich so aussehen, ist nicht zulässig.

    Was schadet, ist folgendes:
    Ein Atheist oder Agnostiker, der religiösem Bullshit nicht klar entgegen tritt.
    Ein Atheist oder Agnostiker, der nicht an passender Stelle versucht klar zu machen, dass man für ethisch moralisches Handeln keine Religion braucht.
    Ein Atheist oder Agnostiker, den es nicht interessiert, wie viel Macht und Einfluss die Kirchen nach wie vor haben und der vielleicht sogar denkt, dass das ja gar nicht schlimm sei und es ihn persönlich ja eh nicht betreffen würde…

    Solche Atheisten und Agnostiker schaden. Denn, sofern sie sich gegenüber Gläubigen outen, vermitteln sie Gläubigen einen falschen Eindruck über nicht religiöse Lebenswelten. Nämlich den, dass Einem dann ja einfach alles scheiß egal ist.

    Engagierte Atheisten sollten mit engagierten Agnostikern Frieden schließen.
    Denn egal, ob die Einen davon überzeugt sind, dass es nix göttliches geben kann und die Anderen meinen, dass es was göttliches geben könnte oder auch nicht – In einem Punkt sind sich die meisten Atheisten und Agnostiker nach meinem Kenntnisstand einig:
    Religiöse Denkschulen braucht die Gesellschaft nicht. Denn sie sind und bleiben im Kern wissenschaftsfeindlich (egal wie sehr die Theologen versuchen das alles so hinzubiegen, dass es mit Wisschenschaft konform geht).

    Deswegen liebe Ketzer – Und liebe neu hinzugekommene Ramona: Schließt Frieden mit den engagierten Agnostikern. Sie sind Euch viel näher, als den Gläubigen.
    Und wenn Ihr keinen Frieden mit ihnen schließen mögt oder könnt, so schadet Ihr Euch durch eine zu enge Sichtweise auf die Agnostiker eher selbst. 😦

    In diesem Sinne,
    eine seit zwei Jahren und auch zukünftig treue Zuhörerin

    P.S.: Ihr und der Hoaxilla-Podcast seit meine Lieblings-Podcasts. 😉

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