Ketzer Spezial Live-Mitschnitt: Kommerzielle Spendenwerber und dein-kirchenaustritt.de

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Hier der Mitschnitt unserer heutigen Ketzersitzung zum Downloaden (221 MB):

Anlässlich der Adventszeit informieren die Ketzer über den Umgang mit Spendenwerbern. Außerdem hat Matthias zu dein-kirchenaustritt.de recherchiert.

Der Live-Mitschnitt steht außerdem wie immer bei mixlr.com/ketzerpodcast/showreel/ als Stream zur Verfügung, außerdem hier zum Download.

Themen:

0:00:00 Vorgeplänkel
0:07:15 Begrüßung
0:07:53 Anlässlich unseres 500sten YouTube-Abonnenten ketzert Matthias nackt.
0:08:35 Kommerzielle Spendenwerber
0:11:45 Interview mit Kevin Brutschin (mit Matthias in einer Doppelrolle als er selbst und Kevin)
0:24:24 Ende Interview
0:34:57 Quote für Caritas International
0:50:20 DZI und DFRV
0:52:12 Organisationen, vor denen das DZI warnt
0:52:51 Mutter Teresa Kinderhilfswerk e.V.
0:57:14 SOS Kinderhilfsdienst
0:59:39 Stellungnahme des DZI zur Problematik kommerzieller Fundraiser
1:15:33 DZI-Standards für kommerzielle Face-to-Face-Spendenwerber
1:37:09 McDonald’s Kinderhilfe
1:45:38 dein-kirchenaustritt.de
1:47:17 Kirchenaustritte führen zu Steuermehreinnahmen
2:26:51 Galerie der Kirchenkritik zahlt 50 Euro für säkulare Grabsteinsprüche
2:28:51 Spenden an Planned Parenthood mit Benachrichtigung von Mike Pence

8 Antworten to “Ketzer Spezial Live-Mitschnitt: Kommerzielle Spendenwerber und dein-kirchenaustritt.de”

  1. user unknown Says:

    Auf Anregung der Hausgötter kopiere ich meine Kommentare zur Sendung, die ich auf der Ankündigungsseite gepostet hatte, hierhin. Daher werden sie einen sehr ähnlichen Zeitstempel tragen. Tatsächlich sind sie von 16:16 bzw. 18:05 Uhr. Dort können sie dann auch weg – nicht dass ich als Spamteufel dastehe. 🙂

    Ca. Min. 27: Nötigung. IANAL! Da kenn ich mich ein wenig aus! Ich war nämlich schon wg. Nötigung angeklagt, kam aber mit einer richterlichen Verwarnung davon (Blockade einer Autobahn bei Ramstein i.d. Pfalz, Nato-Doppelbeschluss). Der Straftatbestand der Nötigung ist erfüllt, wenn man aus niederen Beweggründen einen anderen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung oder Unterlassung zwingt. Einfaches Festhalten, dem man sich mit einem kurzen Ruck entziehen kann, dürfte kaum als Zwang gewertet werden.

    Gäbe es die Einschränkung „rechtswidrig“ nicht, so säßen alle Gerichtsvollzieher und Polizisten längst im Knast, in dem aber niemand arbeiten würde, weil diese Arbeit dann auch Nötigung wäre.

    Niedere Beweggründe (Bereicherung) greift zwar, aber die Gewalt ist m.E. zu verneinen, außer man hätte Blutergüsse oder dergleichen.

    Auch geht der Zwang ja nicht über sich selbst hinaus. Man wird angehalten um angesprochen zu werden, aber nicht erst wieder losgelassen, wenn man unterschrieben hat. Das wäre durchaus Nötigung.

    Ca. Min. 35: Lamborghini. Das war in Berlin und m.W. keine zwar eine soziale Einrichtung (Obdachlosenhilfe, betreutes Wohnen oder so), aber nicht eine, die sich aus Spenden organisiert. Der Staat oder die Gemeinde schreibt da m.W. Aufträge aus, und diese Organisation war billig genug, um mit den Wettbewerbern (Diakonie, Caritas?) mitzuhalten, machte aber dennoch genug Gewinn, so dass sich der Manager eine Luxuskarosse leisten konnte. Pro Klient gibt es knapp 2000 Euro pro Monat, damit muss die Organisation wirtschaften. Das kam in der Öffentlichkeit nicht gut an, aber ist volkswirtschaftlich einerseits vernünftig, andererseits hätte er sich eine Villa in Grunewald geleistet wo niemand unmittelbar sieht, ob er sich das gekauft oder gemietet hat, hätte kein Hahn danach gekräht. Ein typischer Fall von Neiddebatte, wenn man mich fragt, verbunden mit „böses Auto“. Was andere Manager in vergleichbaren Organisationen verdienen wurde gar nicht thematisiert. Damit ist nicht gesagt, dass es von interessierter Seite lanciert wurde und von welcher zu welchem Zweck. Die Möglichkeit Empörung über die Medien anzufachen, um damit die Medien (Zeitungen) zu verkaufen genügt eigentlich als Motivation, sowas aufzubauschen.

  2. user unknown Says:

    ca. 1:44 Smartphonemikrophon anschalten und mitlaufen lassen? Ich glaube ganz dünnes Eis! Ohne Information des Betroffenen ist das m.W. schon rechtswidrig, unabhängig von der Verwendung der Aufnahme, während bei Fotos von Leuten im Freien (in geschlossenen Räumen wieder anders) m.W. (IANAL) nicht geregelt ist – nur die Veröffentlichung kann ohne Einwilligung des Betroffenen verboten sein, außer die betreffende Person ist nur Staffage auf dem Bild, etwa eine zufällige Personengruppe vor einer Giordano Bruno Figur.

    1:45 deinkirchenaustritt.de – Ich dachte schon ich hätte mich vertan und das käme gar nicht mehr. Hatte schon beim HPD, informiert über g+, gelesen.

    1:53 Testseite: Womöglich wollen die Ideen sammeln, wofür die Leute sowieso spenden wollen, und wollten dann später die Top 5 oder Top 20 anschreiben, und erst die Provision aushandeln, vielleicht auch je nach dem nur solche listen, die dann auch hohe Provisionen bringen.

    2:23 „Kircheneintritt erklärt gegen den erklärten Willen“ – das könnte man nur sagen, wenn der Säugling seinen Willen erklärt hätte. Der Eintritt erfolgt ohne erklärten Willen. Dann sind aber Gelöbnisse zur Kommunion bei den Katholiken mit 7 oder 8 und die Firmung mit 11-14 (kath.) oder Konfirmation (ev.).

    Ich weiß nicht, ob Firmverweigerer damit auch aus der Kirchensteuerpflicht raus sind – m.E. sollten sie das sein. Vielleicht könnt Ihr mal rumfragen beim nächsten KPC?

    Und, wie so oft nötig, weil ich so pingelig kriitisiere (der tiefe Skeptizismus, Ihr versteht sicherlich), ein großes Lob für das Große und Ganze, es hat mir gut gefallen, war insgesamt sehr fundiert, unterhaltsam, informativ und gut zu verstehen.

  3. Fritz, Berthold Says:

    Ich sei, gewährt mir die Bitte, in Eurem Bunde der Dritte!
    (Kein Echo)

  4. Dominik Says:

    Das Problem mit den Spendensammlerei auf der Strasse ist ein auf vielfältige Weise problematisches Problem:
    1. Leute Spenden einen gewissen Betrag, wenn dieser schon durch auf der Strasse werbende Personen vergeben ist, spenden diese Personen nicht mehr an andere Organisationen. Es entsteht bei anderen Organisationen auch einen Druck auf dieses Mittel zu setzen.
    2. Habt ihr korrekter Weise festgestellt, dass sehr grosse Organisationen mit der Begrenzung wie viel Prozente der Jahreseinnahmen für Akquisition ausgegeben werden dürfen sehr viel Geld ausgeben. Deshalb wäre sinnvoll im Jahresbericht jeweils auch auszuweisen, wie viel pro Neuspender im Geschäftsjahr ausgegeben wurde. Die Akquise auf der Strasse muss dabei nicht zwingend die teuerste Methode sein. Der Rücklauf bei einem Spendenmailing (Briefpost) beträgt in der Regel zwischen 0.5 und 1 Prozent. Die Spender eines Kaltmailings rentieren in der Regel auch erst im zweiten Jahr.
    3. In der Schweiz besonders finde ich den Demokratiepolitischen Schaden, der durch das Massenhafte Auftreten dieser Spendensammler entsteht fast der fatalste. Wir haben ja in der Schweiz die Möglichkeit mittels Referenden und Initiativen per Unterschriften Sammlung Volksabstimmungen zu erzwingen. Weil in den letzten Jahren die Wahrscheinlichkeit anstieg, dass es sich bei einer Person, die Leute auf der Strasse im Namen einer Organisation anspricht um professionelle Spendensammler handelt, ist es massiv schwieriger geworden auf der Strasse Unterschriften für Initiativen und Referenden zu sammeln.

    • user unknown Says:

      Wenn man sieht, was die Schweizer so abstimmen, muss das nicht das schlechteste sein. (SCNR) 😉

      • Dominik Says:

        Ich bin mit den Abstimmungsergebnissen auch nicht immer zufrieden. Aber es ist sinnvoll, dass es sich nicht nur grosse etablierte Parteien leisten können die Unterschriften für ein Referendum zu sammeln.

      • user unknown Says:

        a) War das ein Scherz, b) Ist es ein schlechtes Argument gegen Spendensammler, dass das die Unterschriftensammlung zu demokratischen Zwecken indirekt behindert . Den Spendensammlern kann man kaum unterstellen, dass das deren Intention ist. Dann müssen die Unterschriftensammler sich eben eine Methode überlegen, die sehr schnell klar macht, dass sie keine Spendensammler sind.

  5. manglaubtesnicht Says:

    Hallo Leute, vielen Dank für euer Graben und Nachhaken in dieser Sache. Die Episode ist sehr gut geworden.

    Das Vorgehen der dein-kirchenaustritt-Leute ist das klassische Vorgehen ge­mäß des „Lean Startup“-Modells: Man generiert Ideen und wirft ein sog. Minimal Viable Product, quasi ein Testballon oder ein Demo, auf den Markt. Man generiert ein wenig Buzz (in der Regel interviewen sich die Startup-Leute gegenseitig, als ob das irgendwie hülfe) und schaut, ob Interesse besteht bei der potentiellen Kundschaft. Falls ja, arbeitet man das Demo zu einem vollständigen Produkt auf – meist mit dem Ziel, es später an eine größere Firma zu verkaufen (feuchter Traum: Google). Falls nein, beerdigt man das Projekt und geht zur nächsten Idee über.

    Für eine Webdesign-Firma das Erstellen einer Webseite wie dein-kirchenaustritt.de natürlich kein großer Aufwand. Als statt des erhofften Jubels dann Gegenwind kam, werden die beiden Gründer das Projekt einfach aufgegeben haben. Seitdem haben sie bestimmt schon vier bis sechs andere Testballons an den Start gebracht.

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