Der Mensch, der Bonobo und die Zehn Gebote: Moral ist älter als Religion

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Der Mensch, der Bonobo und die Zehn Gebote: Moral ist älter als Religion

Auf dem Atheist Media Blog fand ich gerade eine Rezension von „Spektrum der Wissenschaft“ zu diesem Buch:

Der Mensch, der Bonobo und die Zehn Gebote: Moral ist älter als Religion von Frans de Waal.

Das dürfte auch für unsere Hörerinnen und Hörer interessant sein. Die Beschreibung bei amazon.de:

Der weltbekannte Primatenforscher Frans de Waal nimmt uns mit auf eine erfrischende, philosophische Reise, bei der die lange Tradition des Humanismus ebenso zu Wort kommt wie das Sozialverhalten im Tierreich. Er untersucht, welche Konsequenzen seine Forschungen für unser Verständnis von moderner Religion haben. Ganz gleich, welchen Einfluss die Religion auf den Moralkodex des Menschen genommen hat, sie ist nicht die Urheberin unserer Moralität. Der Autor fordert die Leser auf, sich konstruktiv mit Fragen wie diesen auseinanderzusetzen: Welche Rolle spielt die Religion heutzutage in einer gut funktionierenden Gesellschaft? Wo können Gläubige und Nichtgläubige Inspiration für eine gute Lebensführung finden?

Aus der Spektrum-Rezension:

De Waal hält den Menschen von Natur aus für gut und glaubt nicht an die von ihm „Fassadentheorie“ genannte Vorstellung, wonach Moralität von außen, oder religiös gedacht, „von oben“ auf den Menschen aufgesetzt sei und sozusagen nur eine dünne Schicht bilde, unter der sich die brutale und gefühllose Natur verberge. […] Er versucht nachzuweisen, dass prosoziales Verhalten bereits bei Tieren in Erscheinung tritt, und bietet hierfür eine Fülle an Beispielen moralischen Handelns, das er an Bonobos und Schimpansen beobachtet hat. Seine Versuchsergebnisse belegen, dass Affen sich gegenseitig helfen, einfühlsam sind und ein Gespür für Gerechtigkeit besitzen, was sich etwa bei Streitigkeiten oder auch bei der Verteilung von Nahrung zeigt. De Waal postuliert, moralisches Verhalten entstehe nicht auf einer „abstrakten geistigen Ebene, sondern durch soziale Interaktionen“. […]

Die Religion ist für de Waal somit nicht die Erfinderin der Moral, sondern „vielmehr haben die verschiedenen Religionen universelle menschliche Werte übernommen, sie in ihre jeweiligen Erzählungen eingebettet und so zu ihren eigenen gemacht“. Obwohl der Autor der Religion abspricht, ethisches Verhalten erstmalig hervorgebracht zu haben, ist er weit davon entfernt, sie in toto zu verurteilen. […] Vehement spricht er sich darüber hinaus gegen einen militanten Atheismus aus, denn „was hat der Atheismus denn zu bieten, das einen Kampf wert wäre?“. Neoatheisten vom Schlage eines Richard Dawkins hält er gar für traumatisiert.

Der us-amerikanische Evolutionsbiologe Jerry Coyne hält das Buch für weniger gelungen, das es wenig Neues enthielte, dafür aber unnötig auf dem Atheismus herumhacke:

[W]hile the book is interesting, and has some good stuff on animal behavior, not much of it is new (having been covered in de Waal’s previous books). What is new–his repeated attacks on atheism–are jarring, inaccurate, and devalue the book considerably, at least to me.

Coynes zweiteilige Rezension findet sich hier und hier. Danke an AMB-User spritkopf für den Hinweis.

Hätte vielleicht jemand von unseren Hörerinnen und Hörern Lust, das Buch zu lesen und mit uns (per Skype) oder für uns (Audio-Aufnahme oder Text) zu besprechen?

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