IS – Der Islamische Staat (Folge 31, Teil 3)

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Christian, Nico und Matthias diskutieren über den „Islamischen Staat“ und was man dagegen tun kann.

Aus Gründen der Aktualität veröffentlichen wir zunächst den 3. Teil unserer Folge 31, nächste Woche den 4. (Dawkins‘ Abtreibungsempfehlung) und in zwei Wochen dann den 2. Teil (Michael Blume lässt atheistische Populationen verebben).

Der Podcast hier abonniert werden, die Folge kann hier heruntergeladen oder direkt angehört werden:

NACHTRAG: Zu diesem Thema schreibt DER SPIEGEL heute:

Hilferuf aus Syrien: Britische Dschihadisten wollen nach Hause

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8 Antworten to “IS – Der Islamische Staat (Folge 31, Teil 3)”

  1. Apfelgriebs Says:

    Gute Folge, ABER: Was sind das für fürchterliche Cartoon-Soundeffekte (z.B. bei 53:04)?
    Gab es zwei oder drei Mal und ich empfang es als sehr störend.

    • Skydaddy Says:

      Hi Apfelgriebs,

      danke für Dein Feedback. Den „Cartoon-Soundeffekt“ baue ich nur dann ein, wenn unsere Aufnahme (z.B. durch plötzlichen Tonausfall) so ruiniert ist, dass sich das nicht unauffällig beheben lässt. Wenn es irgendwie geht, schneide ich das so, dass man den Ausfall nicht bemerkt, hier hätte ich allerdings (nach meinem Empfinden) dafür zu viel wegschneiden müssen.

      • Apfelgriebs Says:

        Hi,
        Danke, das ist gut zu wissen. Kirchenglocken, lateinisches Gebrabbel o.ä. würden allerdings thematisch besser passen, oder? 🙂

  2. Bilbo Beutlin Says:

    Hi Matthias, mich wuerde jetzt schon interessieren, wie du das genau meintest als du etwas in der Richtung sagtest es sei nicht unbedingt falsch Radikale am ausreisen zu hindern, in der Hoffnung dass sie sich dort gegenseitig eine Kuge verpassen.

    Obwohl Christian dir diese Frage explizit gestellt hat, gab es leider keine Antwort

    • Skydaddy Says:

      Hi Bilbo,

      ich habe dazu im Podcast schon alles gesagt. Natürlich habe ich dazu keinen ausgeklügelten Plan, deshalb kann ich Dir nicht sagen, was ich „genau meine“. Es erscheint mir nur nicht unmittelbar offensichtlich, dass es besser ist, die Spinner hier zu behalten. Bzw. ich wundere mich, wie selbstverständlich davon ausgegangen wird, es sei besser, sie hier zu behalten.

      Wenn die Bekloppten sich gegenseitig umbringen, habe ich damit keine Probleme. Passend dazu meldete der Spiegel nach unserem Podcast:

      Hilferuf aus Syrien: Britische Dschihadisten wollen nach Hause

      Darin heißt es:

      Die jungen Männer, fast alle Anfang 20, seien desillusioniert vom Dschihad und zunehmend verzweifelt, sagte er den Forschern. „Wir sind gekommen, um das syrische Regime zu bekämpfen“, sagte er. Stattdessen seien sie hauptsächlich in zermürbende Kämpfe mit rivalisierenden Rebellengruppen verwickelt.

      Und:

      Wer eigentlich in Syrien gegen Baschar al-Assad in die Schlacht ziehen wollte, wird nicht selten als Selbstmordattentäter im Irak gegen andere Milizen vorgeschickt.

      Beim Focus hieß es:

      Der IS missbrauche deutsche Islamisten, die ohne Kampferfahrung nach Syrien reisten, als Kanonenfutter. „Nach einer dreiwöchigen Grundausbildung kommen sie an die Front, so dass sie dort kaum eine Überlebenschance haben“

      Außerdem wurde berichtet, die europäischen Dschihadisten würden von ihren einheimischen Kameraden verheizt:

      Deutsches Kanonenfutter für den IS

      Hier ist es leider so, dass die Betreffenden (zumindest die im Artikel genannten) als Selbstmordattentäter noch andere Menschen mit in den Tod reißen.

      Selbst hier ließe sich allerdings einwenden:

      Würden ohne die europäischen Dschihadisten tatsächlich weniger Menschen ums Leben kommen?

      Wenn die schon so fanatisiert sind, dass sie Selbstmordattentate verüben, dann könnten sie die auch in ihren Heimatländern verüben. Wenn sie ins Konfliktgebiet reisen, erhöht das vermutlich die Chance, das sie bereits vor dem Selbstmordattentat getötet werden. Selbst wenn einige von den Europäern Unschuldige töten, ließe sich fragen, ob nicht insgesamt weniger Unschuldige ums Leben kommen, wenn die Europäer verheizt werden. (Ich sage nicht, dass es so ist, es erscheint mir aber möglich.)

      Ich sage nicht, dass man die selbsternannten Gotteskrieger ausreisen lassen soll. Meine Ketzerkollegen haben ja darauf hingewiesen, dass es dabei auch um Menschenleben von Unschuldigen geht. Ich wundere mich, wie gesagt, nur über die Selbstverständlichkeit, mit der davon ausgegangen wird, es sei besser, die Idioten im Heimatland zu behalten.

    • Skydaddy Says:

      Eine andere Frage könnte sein, ob der Staat die Dschihadisten vor sich selbst schützen muss.

      Ich will ganz klar sagen, dass ich der Auffassung bin, dass auch Kriminelle Rechte haben und dass der Staat z.B. bei Misshandlungen in Gefängnissen nicht wegsehen darf.

      Beim „IS“ ist die Situation aber wohl so verfahren, dass es keinen „Königsausweg“ gibt. Ich bezweifle, dass der Staat die Ausreisewilligen davon überzeugen kann, dass er es gut mit ihnen meint.

      Ich hoffe weiterhin, was ich schon im Podcast gesagt habe: Dass der IS ein vorübergehendes Phänomen ist, weil ich bezweifele, dass diese neue Art der Grausamkeiten gegen einheimische Zivilisten dauerhaft Anklang findet.

  3. Bilbo Says:

    Ich finde den Einblick in deine moralischen Vorstellungen den du hier gewährst recht schockierend.

    Deine Hauptüberlegungen zu diesem Thema scheinen zu sein, bei welcher der möglichen Alternativen die meisten Unschuldigen um die Ecke kommen.

    Im Podcast selbst kommst du garnicht auf den Gedanken, dass das Leben des Radikalen evtl. auch schützenswert sein könnte, obwohl es dir von den anderen vorgehalten wurde, und hier fällt es dir am Ende grad noch ein.

    Die Überlegung im Sinne einer Minimierung einer Kostenfunktion ist erstens ein sinnloser Ansatz, zum einen ein moralisch verwerflicher Ansatz.

    Sinnlos, da es niemals möglich ist, abzuschätzen welche Alternative weniger Tote produziert.

    Moralisch verwerflich, da selbst wenn obiges ginge, eine solche Abschätzung im Mittel passiert, d.h. wenn man beispielsweise davon ausgeht, dass weniger Leute ums Leben kommen, wenn man die Leute ausreisen lässt, dann verreckt das einzelne, naive, recht unbeholfene Individuum in deinem Erwartungswert.

    Gut, dass dich das nicht stört leuchtet mir ein, denn für dich scheinen die Jihadisten ein homogener Haufen von Fanatikern zu sein, die schon es schon am Frankfurt Main Airport garnicht erwarten können, einem unschuldigen Zivilisten mit einem stumpfen Messer den Kopf abzusägen.

    Die Realität sieht jedoch ganz anders aus. Radikale mit obiger Charakterisierung scheinen eher die Minderheit zu sein. Tatsächlich ist es so, dass gezielt Leute als Fußsoldaten indoktriniert werden. Die Indoktrinierer, oft „Catcher“ genannt, suchen sich gerne Jugendliche aus, die in unserer Gesellschaft „Versager“ sind, d.h. hier frustriert sind und wenig halt haben. Dabei gehen sie nicht so vor, dass sie auf diese Leute zugehen und sagen „hey wie wärs, willste mal jmd den Kopf absägen?“ oder „hey wie wärs, willste isis joinen?“ sondern sie werden in erster Linie angefixt durch die brüderliche Gemeinschaft, Zusammenhalt, das Gefühl etwas wert zu sein und den einzig wahren Weg zu kennen. Die schleichende Radikalisierung passiert oft Stück für Stück später, möglicherweise auch erst im Ausland und ich denke nicht wenige rutschen da eher rein, als eine klare Entscheidung dafür zu treffen. Natürlich gibt es auch diejenigen, die zähnefletschend im Flugzeug sitzen, aber das Ganze ist nunmal eine sehr heterogene Gruppe, ganz individuelle Geschichten führen die Leute in den Jihad und die Minimierung der Kostenfunktion negiert diese Individualität.

    Vor diesem Hintergrund finde ich deine Haltung makaber zu sagen, das sind doch gewaltbereite Idioten, wenn sie sich gegenseitig Lynchen wollen, warum nicht?

    Ich sehe es so, dass die deutsche Gesellschaft verpflichtet ist seine Angehörigen zu schützen, einer Mutter dabei behiflich zu sein zu verhindern, dass ihr 16-jähriger Sohn Stück für Stück in irgendwas reingezogen wird, das damit endet dass er sich irgendwann mit einer AK47 in die Wüste stellt.

    Ferner haben wir hier sicherlich etwas dagegen, dass Leute aus dem Ausland hier heimlich mit Brainwashing-artigen Methoden kostenloses Kanonenfutter für ihre Armee zu rekrutieren, um irgendwo im Ausland eine politische Machtstellung zu etablieren.

    Natürlich ist das beste präventiv und aufklärerisch vorzugehen, sodass es garkeinen Nährboden gibt. Wenn es dann jedoch soweit ist, dass sich jemand eine Knarre in den Mund schiebt und droht abzudrücken, dann wird ihm erstmal die Knarre weggenommen, unabhängig von der Prognose, ob spätere Therapien seinen Suizidwunsch „heilen“ können. Das heisst, es ist irrelevant ob man glaubt, dass „der Staat ihn davon überzeugen kann, dass man es gut mit ihm meint“.

    Obwohl diese Überlegung irrelevant ist, an dieser Stelle der Hinweis dass diverse Entradikalisierungsprogramme nicht erfolglos sind.

    Aus den ausgeführten Gründen ist es für mich selbstverständlich, dass es besser ist jemanden hier zu behalten, denn ich bin für eine Gesellschaft die niemanden aufgibt. Wenn er über die Grenze ist, ist er halt weg. Wenn er noch hier ist, mögen anschließende Bemühungen von Erfolg gekrönt sein, vielleicht auch nicht. Aber es ist selbstverständlich, alle Möglichkeiten auszureizen.

    Um hier nochmal eine Verbindung zu etwas religiösem zu konstruieren – ich finde, dass du hier noch etwas aus der Bibel lernen kannst, also nimm dir doch nochmal Jesus‘ Gleichnis vom verlorenem Schaf vor :-]

    • Skydaddy Says:

      Eine gute und bedenkenswerte Argumentation. Für jemanden, der so scharfsinnig argumentiert, wundert mich nur, dass Du nach wie vor übersiehst, dass ich mich keineswegs dafür ausspreche, die Leute ausreisen zu lassen, sondern lediglich eine vernünftige Argumentation haben will, wieso nicht. Um diese Argumentation herauszukitzeln, gebe ich den „Advokaten des Teufels“. Wobei ich meine Argumentation an sich nicht um-überzeugend finde. Nimmt man deine Argumente hinzu, wird sie freilich stark abgeschwächt. Wobei ich vermutlich größere Hemmungen habe als Du, jemanden zu seinem Glück zu zwingen. Wie ich bereits im Podcast sagte, finde ich es auch wichtig zu erkennen, dass gut gemeindet Absichten oftmals nicht zum gewünschten Ziel führen, so dass m.E. nicht die Absicht entscheidend ist, sondern die Wahrscheinlichkeit, mit der man sein Ziel erreicht. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass wir in keiner perfekten Welt leben, sondern oft nur versuchen können, das kleinste Übel zu finden, finde ich es auch völlig legitim, zu überlegen, wie man den Verlust an Menschenleben minimieren kann.

      Wenn Du schreibst, dass junge Männer manipuliert werden, ist das natürlich unschön. Aber wenn man sie hier behält und ein paar haben kein Einsehen und töten hier Unschuldige, wäre es eben besser gewesen, die Betreffenden wären bei irgendeinem Scharmützel mit anderen Gotteskriegern ums Leben gekommen – immerhin sozusagen selbstbestimmt. Nicht gut, aber m.E. nachvollziehbar besser.

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