Themenvorschlag/Dummer Spruch: „Der Gott der Atheisten“

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Wir wollen hier auf dem Blog zukünftig schon vorab Themenvorschläge präsentieren, um das Interesse zu testen und vielleicht sogar interessante Rückmeldungen unserer Hörer/Leser zu erhalten.

Es geht los mit dem ehem. Richter am Bundesverfassungsgericht Udo di Fabio. Der Katholik ergreift regelmäßig öffentlich für kirchliche Positionen Partei (s.u.). So auch kürzlich bei einer Lobbyveranstaltung der evangelischen Kirche im Landeshaus in Kiel, an der „auch zahlreiche Landespolitiker“ teilnahmen, darunter der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Torsten Albig (evangelisch, SPD), der auch schon mal Predigten hält.

In Schleswig-Holstein (ca. 60% der Bevölkerung sind Kirchenmitglieder, Tendenz vermutlich sinkend, auch im Hinblick auf aktuelle Daten) wird gerade darüber debattiert, ob man Gott in der Landesverfassung erwähnen soll – bisher ist dies nicht der Fall.

Dem offensichtlichen Einwand der religiösen Parteinahme hält di Fabio entgegen:

Gemeint sei nicht allein der christliche Gott, sondern „der Gott des Islam, sogar der Gott der Atheisten, nämlich das Eingeständnis, dass es jenseits der menschlichen Vernunft noch mehr gibt“.

Damit fabuliert sich die Fabio in die Warteliste für den dummen Spruch zu Beginn des nächsten Ketzerpodcasts.

Einen starken zweiten Platz erzielt in diesem Zusammenhang der kirchenpolitische Sprecher der CDU, Daniel Günther:

Der Katholik weist darauf hin, dass allein rund 60 Prozent der 2,8 Millionen Schleswig-Holsteiner einer Kirche angehören. Hinzu kämen Anhänger anderer Religionen sowie jene, die ohne Kirchenmitgliedschaft an Gott glauben. Deshalb müssten sich die Kritiker fragen lassen, „ob sie jemanden ausgrenzen wollen“, so Günther.

UPDATE: Das Hamburger Abendblatt hat einen guten Artikel über die Diskussion über Gott in der Verfassung.

Weitere aktuelle Meldungen von Udo di Fabio:

Di Fabio warnt vor Sterbehilfe (3.9.2014)

Di Fabio warnt vor Erosion der Kirchen (22.4.2014)

Di Fabio bereitet Luther-Jubiläum vor (21.2.2014)

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5 Antworten to “Themenvorschlag/Dummer Spruch: „Der Gott der Atheisten“”

  1. Fabian Hoemcke Says:

    1. Toll dass Ihr das jetzt so macht. Da gibt es weniger OT in den Kommentaren zu den bereits veröffentlichten Sendungen.

    2. Toll auch, dass Ihr mal etwas anderes ausprobiert.

    3. In der nächsten Folge wird wahrscheinlich ein Anruf als Opener nicht reichen.
    Den Pfarrer aus Leiptsch habt Ihr ja schon mitbekommen:
    http://blasphemieblog2.wordpress.com/2014/09/03/pfarrer-bezeichnet-nichtkirchenmitglieder-als-religios-unentschlossen/
    Die Argumentation ist letztlich doch immer die Selbe und lässt sich auf die gleiche Weise dekonstruieren.
    „Atheisten Glauben auch, eben dass es keinen Gott gibt!“
    *Klar! Meine Hobbys sind auch keine Briefmarken zu sammeln und nicht Fußball zu spielen.*
    „Nichtkirchenmitglieder sind religiös unentschlossen.“
    *Aha, ich bin als Vegetarier wohl auch kulinarisch unentschlossen.*
    (Aus den Kommentaren geklaut.)

    Ihr solltet ein Call-Center oder ein Theisten-Bullshit-Bingo als Opener wählen. ^^

    Letztlich hauen auch Aussagen wie „der gewalttätige Atheismus“ sei schlimmer als der Theismus“ (paraphrasiert) in die selbe Kerbe.
    http://blasphemieblog2.wordpress.com/2014/09/03/ohne-gott-ist-alles-erlaubt-zahlen-2/
    Da sieht man, wie weit es her ist, mit deren Moral (siehe mein Kommentar darunter).
    Meine Antwort ist darauf nur Kurz:

    4. Weiteres Thema das ich vorschlagen vorschlagen möchte:
    (Aus dem Fundus des AMB.)
    Gottlose Psychopathen der IS:
    http://blasphemieblog2.wordpress.com/2014/08/26/gottlose-psychopathen
    Wüten wie Nazis: http://blasphemieblog2.wordpress.com/2014/09/03/lauder-is-mordkampagne-gleicht-wuten-der-nazis/

    Gruß und vielen Dank
    Fabian

  2. deradmiral Says:

    Wir hatten schon Frau Beatrice von Weizsäcker mit einem ähnlichen Spruch: „Atheisten beten zum Nicht-Gott“. Die Anruferin wurde von meinen Sohn gesprochen…

    Man kann den Religioten viel vorwerfen außer vielleicht Originalität.

  3. Noncredist Says:

    Ich finde Fabians Vorschlag über die mangelnde Religiösität fantastisch! Die längst widerlegte „ohne Gott ist alles elaubt“ Behauptung kann man kurz anschneiden, aber die mangelnde Religiösität ist wahrlich eine Stimmenverzerrung im Opener wert 🙂

    @Fabian
    Die Dekonstruktion ist zwar „für uns“ leicht zu bewerkstelligen, jedoch habe ich die Erfahrung gemacht, dass man es manchen Gläubigen wortwörtlich langsam Buchstabieren muss, damit sie den Zusammenhang verstehen 🙂

    Fall 1:
    A: Atheisten glauben ja auch an einen Gott. Einen Unglaubensgott.

    B: Nein. Ich glaube an keinerlei „Götter“ mit den von dir beschriebenen Attributen. Genausowenig wie Du an einen Nichtzeus glaubst, der irgendwo über unseren Köpfen schwebt und nichtvorhandene Blitze nichtschleudert. 🙂

    Fall 2:
    A: Atheisten glauben ja auch an etwas. Und zwar, dass es keinen Gott gibt.

    B: Ja. Ich bin vollkommen davon überzeugt, dass die Handlungen einen natürlichen Ursprung haben. In den meisten Fällen ist die Einbildung der Menschen an irgendetwas „schuld“. Seien es weinende Madonnen oder sich materialisierende Messias-Vorhäute auf der Zunge einer tiefgläubigen Frau. Und falls ich mal etwas nicht weiss oder nicht erklären kann, so bezeichne ich es auch als „nicht wissen“. Im Gegensatz zu den Gläubigen, die schon „absolut korrekt und vollkommen sicher“ ausgeschlossen haben, dass das beobachtete Geschehen kein Zeichen von einen der anderen Götter sein kann, die diese Welt schon in grauer Vorzeit besucht haben 🙂

    Leider „denken“ die meisten Radikal-Götteraufzwinger nicht lang genug, um sich solche simple Schlüsse mal durchzugehen. Es gibt für sie NUR den einen Schluss. Und damit gehen sie dann in die Öffentlichkeit und verbreiten ihr Mem der Unsinnigkeit. Kaum will ein Atheist dies korrigieren und anprangern, dass die „klug denkende Geistlichkeit“ keinen Finger rühren, ihre verdummten Schäfchen unter Kontrolle zu bringen, sind Atheisten dann sofort als „aggressive Christenverfolger“ abgestempelt. Bis hin zum angeblich „notwendigem“ Verfassen eines Gottesbezuges (man bemerke bitte den Singular und das männliche Geschlecht!) in der Präambel. Und dies in einer pluralistischen und offenen Gesellschaft.

    @Admiral
    di Fabio kann ich zwar verstehen, doch ich bin keinesfalls mit seiner Prämisse einverstanden. Als Atheist bin ich keinesfalls überzeugt davon, dass es hinter der „menschlichen Vernunft“ etwas höheres existieren MUSS. Demnach kann ich ganz und garnicht darauf schwören, dass das was IST. Solange man es nicht nachweist, dass es exakt das ist was man da VERMUTET (und nicht was anderes), werde ich es nicht akzeptieren. Bis dahin ist INSBESONDERE IM GG eine Umschreibung notwendig, damit auch wirklich ALLE davon berührt werden. Der damals vorgeschlagene Weg des humanen Aspektes wurde ja als „zu schwammig“ abgeblockt, obwohl auch das Christentum nicht gerade wenige humanistische Züge mit sich bringt. Stattdessen wurde der ganz und garnicht definierte und nicht greifbare Begriff einer supernaturalistischen Übervernunftsgottheit gewählt, die NUR den Menschen zugänglich ist, die diese Gottheit gelernt, verstanden und sich IHM (oder IHR?) verpflichtet fühlen. Tut mir leid. Meine Vernunft ist im Hier und Jetzt, im Naturalismus, verankert. Somit bin ich nicht durch diesen Übervernunftsmenschgott adressiert worden. Man hätte auch den über-der-menschlichen-Vernunft-stehende Gott der Pastafaris nehmen können, oder die Göttinnen der Chinesen, auch wenn die deutsche Bevölkerung mit solchen Wesen nichts vernünftiges anzufangen weiss, und das Resultat wäre dasselbe: die „Bezeichnung“ für die Tatsache, dass wir Menschen nicht „perfekt Vernünftig“ sind und es möglicherweise immer eine „bessere Vernunft“ findet – ganz nach Zeitgeist-Laune. Mal war das Schlagen von Kindern und das verbrennen von Frauen gottesfürchtig-vernünftig. Und mal haben wir die Erkenntnis erlangt, dass diese Handlungen einen „anderen“ Ursprung haben als die vermutete „Gottesbezogenheit“, und haben die überflüssigen Schmerz und Leiden erzeugende Handlungsweisen MIT FREUDE abgelegt.
    Dies mit einem GOTTESbezug zu „bezeichnen“, obwohl man gerade MIT dem Gott diese Handlungen gerechtfertigt hatte, ist ein Hohn.

  4. BrEin Says:

    Hier, falls Ihr noch mehr braucht! ^^

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